Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1851)
Entstehung
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haben und dahinter wieder zu gewinnen ſuchen, was er abzutreten geſchienen hatte.

Ein gräßlicher Gedanke durchzuckte das Gehirn von Gretchen.

Der Brief des Grafen nannte nicht einmal den Na⸗ men von Lothario. Dieſe Uebergehung von Lothario einer⸗ ſeits, andererſeits vie ungewohnte Vertraulichkeit, und end⸗ lich der beinahe traurige Ernſt des Briefes, deutete Alles dies nicht an, daß, auf die eine over auf die andere Art, der Graf von Eberbach Friedrike nun als ſeine Frau be⸗ handeln zu können glaubte?

Sollte dieſer elende Samuel die geheimnißvolle Flucht von Friedrike ſo angeordnet haben, daß Friedrike den An⸗ ſchein gehabt, als werde ſie von Lothario entführt?

Der Gedanke eines Duells zwiſchen dem Oheim und dem Neffen kam Gretchen nicht; aber der Graf von Eber⸗ bach konnte Lothario ſo mißhandelt haben, daß Lothario gethan, was einſt Chriſtiane gethan; vaß er ſich ums Le⸗ ben gebracht.

Dann erklärte ſich Alles: die Traurigkeit des Briefes, die Uebergehung des Namens von Lothario, das Dutzen und die Perſon, welche Friedrike zurückbringen und ſie ohne Zweifel unter Weges auf die gräßliche Kunde, die ihrer in Paris harrte, vorbereiten ſollte.

Was war zu thun?

Vom Fileber durchglüht und wie toll, brachte Gret⸗ chen den ganzen Tag damit hin, daß ſie alle Arten von wahnſinnigen Plänen in ihrem Innern umherwälzte.

Als es Abend wurde, faßte ſie einen großen Ent⸗ ſchluß.

Sie ſtand haſtig auf, und ohne eine Secunde anzu⸗ halten, denn ſie befürchtete, ihr Muth könnte ſie verlaſſen, ging ſie gerade dahin, wohin ſie ſeit achtzehn Jahren nicht

mehr zurückgekehrt war, nach dem Höllenloch.

Die Nacht war finſter.