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Große, düſtere Wolken zermalmten ſich, vom Winde getrieben, ſchwerfällig auf dem trüben Mond.
Die Geſpenſter der Bäume erhoben ſich in traurigen Stellungen.
Je näher Gretchen dem erſchrecklichen Abgrunde kam, deſto mehr preßte ſich ihr Herz wie zwiſchen Zangen ge⸗ halten zuſammen.
Sie erreichte ihr Ziel.
Ihre Tritte machten ein Hundert Raben entfliegen, welche am Rande des Abgrundes niſteten und nun kräch⸗ zend fortwirbelten.
Doch die Ziegenhirtin bekümmerte ſich nicht viel um alle dieſe erſchreckenden Aeußerlichkeiten. Es war die Nacht ihres Herzens, was ſie erſchreckte.
Sie kniete nieder und rief mit lauter Stimme:
„Meine Chriſtiane! meine angebetete Gebieterin! Theure Todte immer in mir lebend, ich komme nach acht⸗ zehn Jahren zu dieſem Abgrunde, der Dein Grab iſt, zu⸗ rück, um Dich zu fragen, was ich thun ſoll, und um den Gedanken, den Du mir ſchicken wirſt, zu befolgen. Chri⸗ ſtiane, wenn etwas von der Todten dieſe überiebt, wenn Deine Seele noch die Traurigkeit von denjenigen, welche Du auf Erden zurückgelaſſen haſt, fühlt, wenn Gott, den ich am Tage Deines Todes auf dieſer Stelle anrief, im⸗ mer die Guten zu beſchützen und die Böſen zu beſtrafen weiß, Chriſtiane! Chriſtiane! Chriſtiane! erleuchte mich, ſprich zu mir!“
„Gretchen!“ ſagte eine Stimme hinter ihr.
Und zu gleicher Zeit legte ſich eine Hand auf die Schulter der Ziegenhirtin.
Greichen wandte ſich erſchrocken um.
Aber was ſie ſah, als ſie ſich umwandte, verdoppelte ihren Schrecken.
Chriſtiane, ja, Chriſtiane ſelbſt ſtand neben ihr.
Ein Strahl des Mondes beleuchtete ihr bleiches, aber ruhiges Antlitz.
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