Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1851)
Entstehung
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Und wer war die unbekannte Perſon, welche Fried⸗ rike abholen ſollte?

An wen ſich hei dieſem neuen Umſchlag ihres Ge⸗ ſchickes wenden?

Friedrike vachte an Gretchen.

Sie hatte der Ziegenhirtin verſprochen, ſie in Kennt⸗

niß zu ſetzen, ſobald ſie Nachricht von Paris bekäme.

Sie ſchickte nach ihr.

Gretchen lief herbei.

Die Ziegenhirtin hörte der Leſung des Brlefes von Julius zu, ohne ein Wort zu ſagen.

Als der Brief beendigt war, blieb ſie träumeriſch und in Betrachtungen verſunken.

„Ich muß nachdenken, ehe ich Ihnen einen Rath

gebe,“ ſagte ſie.„Die Perſon, die Sie zurückführen ſoll, 5

wird ohne Zweifel im Verlaufe des Tages ankommen. Ich bitte Sie nur, erſt morgen früh abzureiſen. Ich will den ganzen Tog anwenden, um an das zu denken, was wir thun müſſen. Heule Abend.“

Und ſie entfernte ſich wieder.

Tauſend widerſprechende Gedanken ſummten im Kopfe von Gretchen. Der Graf war ernſt und väterlich; und andererſeits hatte ſie Friedrike auf das ungewohnte Dutzen aufmerkſam gemacht.

Warum dieſes Schweigen von Samuel? Ihr alter Argwohn in Bezlehung auf Samuel Gelb kehrte raſch bei ihr zurück. Er hatte die Abreiſe von Friedrike ohne Wiſſen von Julius machinirt; wer weiß, ob vahinter nicht eine Snleit ein Verrath von dieſer ſchlimmen Seele war

Er liebte Friedrike; er hatte ſie heirathen wollen. Er hatte ſich ſehr leicht und ſehr gefällig vor Jullus und dann vor Lothario zurückgezogen! Um zu glauben, er habe ſich ohne einen Hintergedanken zurückgezogen, er habe fich aufrichtig geopfert, kannte ihn Greichen zu genau. Er mußte ſich offenbar den Anſchein des Opfers gegeben

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