Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1851)
Entstehung
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Bruſt zuſammenpreßte bei dem Gevanken, zu erfahren, welchen Eindruck ſein Brief auf ſie hervorgebracht, den Sieg über jede Rückſicht und jede Furcht davon. Er entſchloß ſich, zu ſprechen.

Mein Fräulein, ſagte er mit zitternder Stimme, es iſt für mich eine große Ueberraſchung und eine große Freude geweſen, Sie hier zu finden; doch Sie würden meine Freude noch größer machen, wollten Sie mir er⸗ lauben, dieſes unverhoffte Zuſammentreffen zu benützen und mit Ihnen über den einzigen Gegenſtand zu reden, der mein Herz beſchäftigt.

Welchen Gegenſtand meinen Sie, mein Herr? fragte Friedrike ein wenig zurückhaltend und kalt.

Ich hoffe, mein Fräulein, daß Sie es vermuthen, erwiederte Lothario beinahe ſtammeind.

Ich verſichere Sie, mein Herr, daß ich es durchaus nicht vermuthe.

Sie haben alſo den Brief nicht empfangen, den ich an Sie zu ſchreiben mir die Freiheit genommen?

Ich habe von Ihnen einen Brief erhalten, in wel⸗ chem Sie mich um mein Wohlwollen für irgend einen Gegenſtand baten, über den mich Herr Samuel Gelb zu Rathe ziehen ſollte.

Und er hat Sie zu Rathe gezogen?

Er hat es nicht für nöthig erachtet, mich über eine Mittheilung zu Rathe zu ziehen, worin nicht von mir die Rede war.

Worin nicht von Ihnen die Rede war! rief der junge Mann erſtaunt.

Herr Samuel Gelb hat es mir geſagt.

Und er hat Ihnen den Brief gezeigt, den ich ihm geſchrieben?

Das war nicht der Mühe werth, da er nicht von mir ſprach.

Er ſprach nicht von Ihnen?! verſetzte Lothario. Ich erſuchte Herrn Samuel Gelb um die Erlaubniß,