Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1851)
Entstehung
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mich bei ihm einfinden zu dürfen, und dies geſchah Nun! es geſchah, um ihn um Ihre Hand zu bitten.

Friedrike erbleichte. Samuel hatte ſie alſo hintergan⸗ gen! Die Ahnungen ihres Herzens hatten Recht ge⸗ habt. Eine Woge der Freude überſtrömte ihre Seele.

Doch alsbald erinnerte ſie ſich, und das, was ſie verſprochen hatte, kam ihr wieder ins Gedächtniß.

Sie erinnerte ſich, daß ſie nicht mehr frei, und daß ſie verpflichtet war gegen den Mann, dem ſie in der Welt zu ſein verdankte.

Ich danke Ihnen, Herr Lothario, ſprach ſie, gegen ihre Gemüthsbewegung kämpfend,ich danke Ihnen, daß Sie an ein armes Mädchen ohne Namen und Vermoͤgen gedacht haben, Sie, der Sie adelig und reich ſind, Sie, der Sie nur unter den Reichſten und Schönſten zu wäh⸗ len brauchen. Ich bin tief gerührt von Ihrer Abſicht, das verſichere ich Sie. Die Abgeſchiedenheit, in der ich bis jetzt gelebt habe, macht mir noch koſtbarer, noch fühlbarer als einer Andern dieſes Zeichen der Achtung, das Sie mir geben.

Nun denn?

Welches Gefühl aber auch Ihr Schritt in mir er⸗ regen mag, ich muß Sie ſogleich in einer Illuſion zu⸗ e welche zu verwirklichen nicht in meiner Gewalt

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Wie! rief Lothario.

Ich bin nicht mehr frei, Herr Lothario. Ich werde nie Ihnen angehören können, aus dem einfachen Grunde, weil ich nicht mir gehöre.

Ich erwartete das! rief Lothario troſtlos.

Eine ſchwere Thräne bildete ſich an ſeinem Au⸗ genlide.

Friedrike wandte die Blicke ab, als befürchtete ſie, die Rührung konnte ſich ihrer auch bemächtigen.

Grollen Sie mir darum nicht, ſagte ſie.