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Sympathie, den Sie mir gegeben. Sie ſind eben ſo gut, als Sie ſchon ſind.“
Das Mädchen erröthete leicht.
„Doch beruhigen Sie ſich,“ fuhr der preußiſche Ge⸗ ſandte fort;„ich laufe nicht ſo ſehr Gefahr, als Sie glauben. Ich habe in dieſer Verſchwörung, wie Sie es nennen, mächtige Freunde.“
„Ah! zählen Sie nicht auf ſie, ſie werden nichts vermögen.“
„Sie kennen ſie alſo?“
„Ich kenne Einen. Er hat Alles gethan und wird Alles thun, um Sie zu vertheidigen. Ich bin Zeuge
ſeiner Bemühungen geweſen. Doch er vermag nichts.
Er kann Ihnen nicht einmal ſagen, daß Sie entdeckt ſind.
Sein Eid verbietet es ihm. Zum Glück hat mich der
Zufall dieſen erſchrecklichen Geheimniſſen auf die Spur
gebracht, mich, die ich durch kein Gelöbniß gebunden bin.“
Julius fragte ſich, wer dieſes Mädchen ſein könnte, und von welchem Freunde es ſpreche.
Plötzlich tauchte eine Idee in ſeinem Geiſte auf.
„Ich wiederhole Ihnen, mein Fräulein, beruhigen Sie ſich. Im äußerſten Falle wäre es damit abgethan, daß ich denjenigen, welcher mich in den Carbonarismus eingeführt hat, in das Mittel treten ließe; er kannte meinen wahren Namen.“
„Das iſt der Freund, von dem ich ſprach,“ ſagte das Mädchen; er würde ſich in's Verderben ſtürzen, ohne Sie zu retten.“
„Ah! ich kenne Sie,“ rief Julius.„Sie ſind Fräu⸗ lein Friedrike.“
„Ja, mein Herr, ſagen Sie es nicht,“ erwiederte ſie mit flehender Stimme und beinahe weinend Wenn mein Freund je erführe
„Nun! er würde erfahren, daß Sie ein Engel der Güte und aufopfernder Ergebenheit ſind, wie Sie ein Engel der Schönheit und der Anmuth find.“


