Teil eines Werkes 
5.-10. Bdchn (1851)
Entstehung
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Dieſelbe Anziehungskraft, welche Friederike den Grafen von Eberbach anſchauend empfunden hatte, empfand Ju⸗ lius, indem er das Geſicht von Friedrike anſchaute. Es war, als beſtände zwiſchen ihnen ein unerklärbares Band. Sie ſahen ſich zum erſten Male, und es ſchien ihnen, ſie haben ſich ſeit langer Zeit gekannt. Ein unwillkür⸗ licher Inſtinct trieb ſie zu einander hin.

Sie werden nicht von meinem Beſuche mit Herrn Samuel Gelb ſprechen, ſagte ſie.Sie müßten ihm erklären, daß ich eines von ſeinen Geheimniſſen erlauſcht habe, und er würde mir mit Recht darüber böſe ſein.

Seien Sie unbeſorgt, mein liebes Kind, ich ver⸗ ſpreche Ihnen Stillſchweigen. Das iſt das Geringſte, was ich Ihnen ſchuldig bin, fügte er bei.

Und er dankte ihr voll Innigkeit.

Plotzlich bebte Friederike.

Hören Sie, ſagte ſie.

Im anſtoßenden Zimmer ſprach die Stimme von Lothario:

Oh! das Verbot bezieht ſich nicht auf den ver⸗ trauten Freund Seiner Excellenz, Herrn Samuel Gelb. Ich nehme Alles auf mich und will ſelbſt anklopfen.

Herr Samuel Gelb! rief Friederike ganz betäubt.

Man hörte die Stimme von Samuel:

Wie! Sie hier, Frau Trichter?

Was iſt zu thun? fragte Friedrike.

Wollen Sie hier hinaus gehen? ſagte Julius, in⸗ dem er auf eine Thüre im Hintergrunde des Salon deutete.

Wie werde ich aber Frau Trichter wiederfinden? Wie wird ſie ihre Gegenwart erklären?

So laſſen Sie mich machen, ſprach der Graf von Eberbach.

Und er öffnete ſelbſt Samuel und Lothario.

Gott lenkt. M. 25