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„Ich weiß es. Wollen Sie Details? Sie haben einen falſchen Namen angenommen. Sie haben ſich Jules Hermelin nennen laſſen. Sie ſehen, daß ich Alles weiß.“
„Wenn dem ſo wäre?“ verſetzte Julius.„Nun! hernach?“
„Nun! Sie find entdeckt. Man weiß, daß Jules Hermelin der Graf von Eberbach iſt.“
„Woher wiſſen Sie das? wer ſind Sie, daß Sie ſich die Mühe genommen haben, mich hievon zn unter⸗ richten?“
„Oh! das iſt mein Geheimniß,“ erwiederte das Mädchen.„Aber Sie brauchen es nicht zu wiſſen.“
„Doch,“ erwiederte Julius.„Ich hrauche es zu wiſſen, vor Allem, um Ihnen zu danken. Die Herzen, welche ſich für mich intereſſiren, ſind zu ſelten, als daß ich ſie unbekannt an mir vorübergehen laſſen ſollte. Ich bitte Sie, damit der Dienſt, den Sie mir leiſten, ein menſchliches Antlitz habe, und damit ich weiß, wem ich dankbar ſein muß. Haben Sie die Güte, Ihren Schleier zu lüften.“
„Unmöglich„ Und wozu ſoll es übrigens nützen? Sie haben mich nie geſehen; mein Geſicht würde Sie nichts lehren.“ 3
„Nun, was iſt Ihnen dann daran gelegen, daß Sie es mir zeigen?“
„Sie können mir ſpäter begegnen, und dann würden Sie mich erkennen.“
„Nun?“
„Man ſoll nicht erfahren, daß ich Sie gewarnt, weil man dann wiſſen könnte, wie ich das Geheimniß entdeckt habe.“
„Ich bitte Sie.“
„Nein, es iſt unmoͤglich.“
„Dann bedaure ich, vaß Sie ſich vergebens bemüht haben.“ „Vergebens“
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