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Der Zinger Gottes.
„Mein Herr... Herr Graf... Ercellenz,“ ſtam⸗ melte die junge Perſon mit einer Erſchütterung, welche ebenſo wahrnehmbar im Zwange ihrer Bewegungen, als im Zittern ihrer Stimme.
Obgleich ſie durch ihren Schleier und durch ihre Mantille verhüllt war, vermochte Julius doch an ihrer zarten, geſchmeidigen Taille zu erkennen, daß ſie jung war.
„Setzen Sie ſich und faſſen Sie ſich, mein Fräulein,“ ſagte er mit ſanftem Tone.
Er führte ſie zu einem Lehnſeſſel und ſetzte ſich zu ihr.
„Sie wünſchen mit mir zu ſprechen?“ fragte er.
„Ja,“ erwiederte ſie,„über etwas ſehr Ernſtes. Aber Niemand müßte es hoͤren können„
„Seien Sie unbeſorgt, mein Fräulein; ich habe ſchon den Befehl gegeben; doch ich will ihn wiederholen, damit Sie völlig beruhigt ſind.“
Er klingelte und ſagte zu dem Kammerdiener, Nie⸗ mand, ohne Ausnahme, dürfe eintreten, unter welchem Vorwande es auch ſein moͤge.
„Nun können wir frei reden, mein Fräulein,“ ſagte er.
Dann, da er ſah, daß ſie noch ganz zitterte, fing er an zu ſprechen, um ihr Zeit zu geben, ſich zu erholen.
„Verzeihen Sie, mein Fräulein, daß ich Sie habe warten und Ihr Geſuch wiederholen laſſen. Mein Leben iſt voll oder leer, wenn Sie lieber wollen. Ich habe tauſend unbedeutende Sorgen und tauſend eitle Angelegen⸗ welche gleichſam die Bedingungen meines Standes
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