Teil eines Werkes 
5.-10. Bdchn (1851)
Entstehung
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Familie, Alles verließ ihn. Chriſtiane war todt; Olym⸗ pia war abgereiſt; die Prinzeſſin war jung! Von allen denjenigen, welche ſich in ſein Leben gemiſcht hatten, blieb der Einzige, an den ſich Julius an dieſem Morgen nicht gewendet, Samuel. Aber Julius kannte Samuel zu genau, um von ihm die Ergebenheit zu fordern, welche tröſtet. Die Ironie und den Hohn, welche in Verzweiflung bringen, ja wohl!

Welcher Grund konnte ihn alſo im Leben zurückhalten? Er hatte genug Theil an den öffentlichen Angelegenheiten genommen, um nicht darin Stoff zur Verwendung des Verſtandes eines Menſchen zu finden; aber er hatte nur zu nahe die Nichtigkeit der Individualitäten geſehen und wahrgenommen, mit welcher Leichtigkeit die Intriguen und die Ereigniſſe diejenigen zermalmen, die ſich für nothwendig halten. Konnte er ſich wirklich an ein Werk anhängen, das plötzlich die Laune einer Frau umzuſtürzen vermochte 2 Konnte er ſich einen Traum machen, den die Prinzeſſin, zum Beiſpiel, wenn es ihr gefiele, indem ſie ihn zurückberufen ließe, unterbrechen würde?

Das Mittel hatte ihm den Zweck verleidet, und er hatte ſein Herz nicht beſchaffen gefühlt, um ſich für eine Politik zu intereſſiren, welche, um ein Land zu regieren, forderte, daß man ſich zum Gliedermännchen eines Weibes machte.

Der Graf von Eberbach befand ſich in einem von den Augenblicken, in denen man gern um ſein Leben auf Wappen oder Schrift ſpielt. Wozu ſich tödten 2 das wäre nicht der Mühe werth. Mit ein wenig Geduld, das fühlte er, würde er ſterben.

In dieſem Moment trat ſein Kammerdiener ein.

Was gibt es? fragte Julius ungeſtüm.

Es verlangt Jemand Seine Excellenz zu ſprechen, antwortete der Diener.

Ich bin für Niemand zu Hauſe, ſagte Julius.

Der Kammerdiener ging ab.