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beklommen und verließ in aller Haſt dieſe, ſo zu ſagen, von der Abweſenheit von Olympia vollen Gemächer.
Unten traf er ſeinen Wagen wieder und ſtieg ein. Der von Lord Drummond war nicht mehr da.
„In's Hotel!“ ſagte Julius zu dem Bedienten.
Die Pferde gingen im Galopp ab. Der Wagen, ver einige Häuſer weiter entfernt gehalten hatte, folgte dem von Julius.
Olympia nacheilen! Julius dachte in ſeiner erſten Bangigkeit ſogleich hieran. Aber wie! ſein Geſandtſchafts⸗ poſten hielt ihn in Paris zurück. Und überdies, wenn er dieſe Frau wiederfinden könnte, wozu würde es nützen? Eine fantaſtiſche, eigenwillige, nur in die Kunſt verliebte Künſtlerin! Sicherlich liebte ſie ihn nicht. War er ſelbſt gewiß, daß er ſie liebte?...
Doch er mochte ſich das immerhin ſagen, er fühlte, daß ihre Abreiſe etwas in ſeinem Herzen brach. Dieſe Frau nahm abermals einen Theil von ſeinem Leben mit ſich fort. Nun, deſto beſſer! er bedauerte nur, daß ſie nicht das ganze mitnahm.
Der Wagen hielt vor der Thüre des Geſandiſchafts⸗ hotel an, doch Julius ſtieg nicht aus.
„Fragen Sie, ob Lothario hier iſt,“ ſagte er zu dem Bedienten.
Lothario war ausgegangen⸗
„Der Kutſcher ſoll mich zur Prinzeſſin fahren.“
Der Wagen, der dem von Julius folgte, hatte mit vieſem angehalten und ging zugleich wieder mit ihm ab. Abermals hielt er nach einer Fahrt von zehn Minuten.
Olympia, welche mit Gamba darin ſaß, öffnete in aller Haſt ein wenig das geſchloſſene Vorhängchen und ſah Julius vor dem Hotel ausſteigen, das die Prinzeſfin bewohnte.
Olympia warf ſich heftig zurück. „Das iſt Alles, was ich ſehen wollte,“ ſagte ſie mit einem bitteren Lächeln.„Er hat ſeinen Troſt. Gamba


