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„Sie iſt abgereiſt,“ ſagte Lord Drummond.
„Abgereiſt!“ rief Julius.
„Dieſe Nacht um vier Uhr,“ antwortete der Diener.
„Es iſt nur zu wahr,“ fügte Lord Drummond bei. „Sie hat dieſes Billet für uns Beide unter unſerer ge⸗ meinſchaftlichen Adreſſe hinterlaſſen.“
Und er reichte Julius einen entſigelten Brief.
„Ich verließ die Signora beim Ausgang des Thealers,“ ſagte Lord Drummond,„und ich hoffte ſie überzeugt zu haben, daß ſie in Paris bleiben müſſe. Ich war indeſſen vieſen Morgen unruhig und eilte hierher; ich komme Ihnen einige Minuten zuvor und finde dieſes Billet, das ₰ zu entſiegeln mir die Freiheit genommen habe. Leſen Sie.“
Julius las:
„Ich reiſe nach Venedig auf dem längſten Wege. Wer mich liebt, folge mir dahin.“ „Olympia.“
„Wenn das eine Probe iſt, ſo werde ich mit Ehren beſtehen,“ ſprach Lord Drummond.„Ich verlaſſe Sie, Herr Graf, und werde ſogleich Pferde beſtellen. Bei ihrer Ankunft in Venedig wird mich Olympia dort finden. Sie kommen nicht mit?“
„Ich bin Geſandter in Paris und nicht in Venedig,“ antwortete Julius bleich und düſter.
„Das iſt richtig. So leben Sie wohl.“
„Glückliche Reiſe!“
Sie drückten ſich die Hand, und Lord Drummond ging weg.
Jullus reichte dem Vedienten ſeine Börſe und ſagte:
„Ich will die Wohnung ſehen.“
Julius durchlief alle Zimmer; überall ſtanden halb gepackte Koffer umher, und die Meubles waren in Un⸗ ordnung. Es unterlag keinem Zweifel, Olympia war wirklich abgereiſt. Juſius fühlte ſein Herz zum Sterben


