Teil eines Werkes 
5.-10. Bdchn (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

W W*

te

367

Sie nicht zu ſehr einen zweifelhaften Affiliirten. Wir haben Alle treuherzig geglaubt. Wir beſchloſſen, Sie zu benachrichtigen, weil wir annahmen, Sie ſeien getäuſcht und werden, als Mitglied des Tugendbundes, vom preu⸗ ßiſchen Geſandten bewacht. Aber wenn Sie ſagen, Sie werden nicht getäuſcht, und Sie wiſſen, wer Julius Her⸗ melin iſt, ſo wird unſer Verdacht ſich nicht mehr an Jules Hermelin allein halten.

Samuel begriff, daß er ſich gefährdete, wenn er be⸗ harrlich blieb, und erwiederte:

Sehen Sie in meinen Worten nur meine Worte. Ich werde den Carbonarismus ebenſo wenig verrathen, als ich den Tugendbund verrathen habe, dem ich ſeit zwanzig Jahren diene. Doch ich verlange Eines. Ich habe Jules Hermelin eingeführt, er gehört mir. Ich verlange, mit ſeiner Ueberwachung beauftragt zu werden. Seien Sie unbeſorgt, ich werde erfahren, was er iſt und was er will, und iſt er ein Verräther und bin ich nicht der Erſte, der ihn beſtraft, ſo mag man mich beſtrafen.

Oh! verſetzte der Unbekannte,das hängt nicht von mir ab. Ich werde Ihr Verlangen geeigneten Ortes vortragen, doch ich ſtehe nicht dafür, daß ihm entſprochen wird. Ich ſtehe nicht dafür, daß der Graf von Eberbach verſchont wird. Ich habe meine Pflicht erfüllt, indem ich Sie benachrichtigte, und damit iſt mein Geſchäft hier ab⸗ gethan.

Er ſtand aufz Samuel that daſſelbe.

Wir ſind alſo einverſtanden, ſagte der Abgeſandte. Sie werden mich mit Ihren Freunden vom Bunde be⸗ kannt machen, ich werde Sie mit meinen Freunden von der Oppoſition bekannt machen. Wenn Sie mir etwas mitzutheilen haben, ſo wiſſen Sie, wie das zu machen iſt.

Auf Wiederſehen, ſprach Samuel.

Friedrike hörte ſie nach der Thüre gehen, ſie hörte die Thüre öffnen, die Stimmen und die Tritte ſich ent⸗

fernen, und dann horte ſie nichts mehr.