Teil eines Werkes 
5.-10. Bdchn (1851)
Entstehung
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Friedrike ſchauerte. Der Graf von Eberbach, der Freund von Samuel Gelb, der zweite Vater von Lothario, war mit dem Dolche bedroht! Ein kalter Schweiß perlte an ihren Schläfen, und ſie war genöthigt, ſich an die Scheidewand anzulehnen, um nicht zu fallen.

Samuel war mit einem raſch bewältigten Beben davon gekommen.

Aber, entgegnete er,angenommen, Jules Her⸗ melin ſei, wie Sie glauben, der Graf von Eberbach, was beweiſt Ihnen, der Graf von Eherbach wolle Sie ver⸗ rathen?

Das iſt wenigſtens wahrſcheinlich in der Stellung, die er einnimmt. Uebrigens werden wir es erfahren. Und dann..

Und dann?

Mein Herr, ich bin im Carbonarismus weder der Richter, noch der Vollſtrecker der Sprüche. Ich bedaure ſogar und mißbillige die Gewaltthaten; voch ich bin nicht der Gebieter. Mein Pflicht wird ſein, das, was ich weiß, denjenigen zu ſagen, welche ſodann über das Loos des Grafen von Eberbach entſcheiden werden. Und ſo hoch er geſtellt ſein mag, er täuſcht ſich, wenn er denkt, der Carbonarismus werde ihn nicht erreichen können!

Mein Herr, ſagte Samuel beinahe flehend,da Sie jede Gewaltthat mißbilligen, wer nöthigt Sie, zu denunciren? Ich verbürge mich mit meinem Kopfe, daß keine Gefahr obwalten wird. Wäre er auch der Geſandte von Preußen, warum ſollte er nicht aufrichtig ſein? Ich habe ſagen hören, der Graf von Eberbach ſei in ſeiner Jugend beim Tugendbunde geweſen; wer ſagt Ihnen, daß er nicht noch dabei iſt?

Wiſſen Sie es? Sind Sie deſſen ſicher? fragte der Andere.

Ich behaupte es nicht, erwiederte Samuel, der in ſeinen Verſicherungen zu weit zu gehen befürchtete.

Dann nehmen Sie ſich in Acht und vertheidigen