Teil eines Werkes 
5.-10. Bdchn (1851)
Entstehung
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werfliche Nachweiſungen und Bürgſchaften über ſeine Redlichkeit und ſeine Ehre geliefert?

Sicherlich.

Nun denn, dieſer Jules Hermelin heißt Julius von Hermelinfeld, Graf von Eberbach; dieſer Handlungsreiſende iſt der preußiſche Geſandte.

Bei dieſer ſo entſchieden ausgeſprochenen Behauptung erbleichte Samuel unwillkürlich.

Doch ſeine Bläſſe ließ ſich durch das Erſtaunen er⸗ klären. 6

Nein, das iſt unmöglich! rief er.

Es iſt gewiß, erwiederte der Geſandte.Ich habe ihn ſelbſt geſtern als denjenigen erkannt, welchen ich ſchon in zwei oder drei diplomatiſchen Abendgeſellſchaften geſehen.

Sie konnten durch eine Aehnlichkeit getäuſcht wer⸗ den, entgegnete mit kaltem Tone Samuel, der ſich ſchon wieder von ſeiner Beſtürzung erholt hatte.

Ich bin meiner Sache gewiß, ſage ich Ihnen. Ue⸗ brigens gibt ſich Herr von Eberbach nicht einmal die Muͤhe, ſeine Haltung oder ſeine Stimme zu verſtellen. Er muß ſehr verwegen oder ſehr des Lebens müde ſein, vaß er ſo mit der Gefahr ſpielt. Sie ſelbſt, Herr Sa⸗ muel Gelb, hatten einigen Verdacht geäußert. Man hat an den von Ihnen bezeichneten Orten Erkundigungen eingezogen; ſie ſind Anfangs günſtig für den Ankömmling geweſen; doch bei tieferer Nachforſchung wurde ich durch einen Zufall, den ich Ihnen nicht ganz offenbaren kann, der Perſoͤnlichkeit des Grafen von Eberbach auf die Spur gebracht, und ich habe zugleich Ihre Beziehungen zum Tugendbund entveckt. Ich wiederhole Ihnen, daß ich Be⸗ weiſe von der einen wie von der andern Thatſache beſitze.

Und was gedenken Sie zu thun?

Unſere Verordnungen ſind ſehr beſtimmt, erwie⸗ derte der Andere.Jeder Verräther wird mit dem Tode beſtraft.