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als die Bitte lag; ſie ſchlug die Augen voll von einer feuchten Flamme zu ihm auf.
„Oh!“ ſprach ſie mit einem ſeltſamen Tone,„beeile Dich, mich zu heilen, Du hätteſt ſonſt keine Zeit mehr.“
„Ja,“ erwiederte er, indem er einen glühenden, be⸗ rauſchten Blick auf ſie heftete,„ja, ich will Dich heilen; ich will einen andern Trank holen, der die Ruhe und die Kühle in Dein Blut bringen wird. Ich gehe.“
Und ſtatt zu gehen, betrachtete er ſie, die ſo ſchön, in eine unbeſtimmte Ertaſe verſunken, wollüſtig, ſich an ihn anſchmiegte.
„Ja, gehe,“ ſagte ſie.
Und ſtatt ihn zurückzudrängen, hielt ſie ihn bei der Hand zurück. Sie ließ ihn nicht los. Ihre Stimme ſagte: Gehe, und ihr Blick ſagte: Bleibe.
Samuel ſtrengte ſich gewaltig an.
„Bin ich nicht mehr Herr meines Willens? Du biſt unterworfen; Du wirſt es Chriſtiane ſagen. Das genügt. Kein unnützes Verbrechen! Gute Nacht, Gretchen.“
Er entriß ſich den Händen von Gretchen und lief nach dem Felſen⸗
„Du gehſt!“ rief Gretchen traurig und zärtlich.
„Ja. Gute Nacht.“
Doch Samuel war kaum am Efngang und im Schatten des Felſen, als zwei nervige Arme ihn zurück⸗ hielten, als ein glühender Mund ſich auf den ſeinigen vrückte, und er ſich ſeinerſeits gefangen, feſtgenommen, durch ſein Verbrechen beherrſcht fühlte.


