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was ſie enthalten, blieb noch darin. Greichen erkannte den Geruch, den ſie an ihrem Brod und an ihrer Milch zu erkennen geglaubt hatte.
Sie fuhr mit ihrer Hand über ihre Haare und ſagte ganz verwirrt zu ſich ſelbſt:
„Ich bin entſchieden toll. Herr Schreiber hatte da⸗ nl Die Einſamkeit iſt nicht gut. Oh! mein
ott!“
Sie zwang ſich zum Nachdenken und zur Erinnerung. Sie ſchaute umher und glaubte ſich zu entſinnen, daß die paar Geräthſchaften am Morgen nicht ſo geordnet gewe⸗ ſen waren. War denn Jemand hierher gekommen?
Sie ging hinaus. Seit zwei Stunden war es völ⸗ iichi geworden, und die Luft mußte ſich allmälig ab⸗ ühlen.
Und dennoch kam ihr die Luft noch heiß vor. Es ſchien ihr, als athmete ſie Feuer.
Sie ſtreckte ſich auf dem Graſe aus. Doch das Gras dünkte ihr glühend zu ſein.
Sie ſtreckte ſich auf dem Felſen aus. Doch der Stein war nicht minder brennend als die Erde; wie ein Ofen, der heiß bleibt, nachdem das Holz verzehrt iſt, hatte der Granit den Eindruck der Sonne bewahrt.
Was hatte ſie denn getrunken? Was für eine n denn das? wer hatte denn dieſe Phiole ge⸗ racht
Plötzlich bebte ſie vom Scheitel bis zu den Zehen: der Gedanke an Samuel, bis jetzt durch den Gedanken an Gottlob fern gehalten, hatte ihren Geiſt durchzuckt.
Samuel! Oh! ja! er mußte es ſein. Sogleich er⸗ faßten ſie wieder alle abergläubiſche Schrecken. Samuel war ſicherlich der Dämon. Ja, ſo iſt es, er hatte ſie bedroht, er hielt ſein Wort, er hatte ſich ihrer bemächtigt, er beſaß ſie, er würde kommen und ſie nehmen. Der Teufel iſt nicht in Verlegenheit, um in die Häuſer ohne


