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kannte einen Schenkwirth, unterdrückte ein Lächeln der Zufriedenheit und ſagte ſo nachläſſig, als er nur immer konnte:
„Ah! einige Marketender.“
Doch einen Augenblick nachher verließ er unter ir⸗ gend einem Vorwand die Mähre, auf die er Lolotte ge⸗ ſetzt hatte, hieß alle Welt vorangehen, ſchritt gerade auf den Schenkwirth zu, ließ ſich ein großes Glas Wachholder⸗ branntwein einſchenken und kehrte dann wieder zu ſeiner Geliebten zurück.
In Neckarſteinach machte man Halt, um ein wenig auszuruhen. Der Weg hatte bei den Studenten Hunger erregt und die Mundvorräthe von Heidelberg, die man in Betracht der Dringlichkeit zu verzehren ſich herbeiließ, gaben nur einen Biſſen. Die Wirthe von Neckarſteinach opferten ihr letztes Huhn und ihre letzte Flaſche.
So geſtärkt zogen die Studenten weiter.
Sie marſchirten noch ungefähr vier Stunden, dann kamen ſie an einen Kreuzweg.
„Ah!“ ſagte Ritter,„hier theilt ſich die Straße. Müſſen wir rechts oder links gehen? ich zögere wie der Eſel von Buridan zwiſchen ſeinen zwei Mäßchen Hafer.“
In dieſem Augenblick erſcholl der Galopp eines Pferdes in der Ferne. Eine Staubwoge lief über die Straße hin und näherte ſich raſch. Eine Sekunde nach⸗ her erkannte man den Reiter: es war Samuel. „Vivat!“ rief die Bande.
„Welchen Weg ſollen wir wählen?“ fragte Trichter. „Folgt mir,“ ſagte Samuel.


