Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1851)
Entstehung
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Stolz zu Bette. Um zehn Uhr, wie gewöhnlich, ſchlief

die ganze Stadt glückſelig. Wer aber um Mitternacht aufgeweckt worden wäre, würde ein ſeltſames Schauſpiel geſehen haben.

Fluch und Auszug.

Um Mitternacht öffneten ſich die Thüren der Stu⸗ dentenhäuſer geheimnißvoll. Es kam ein Student her⸗ aus, dann zwei, dann drei, die Mehrzahl zu Fuß, An⸗ dere zu Pferde, Einige im Wagen, und Alle wandten ſich in der Dunkelheit nach dem Univerſitätsplatze.

Wenn ſie eine Laterne fanden, hakten ſie dieſelbe ohne Geräuſch los.

Die Menge ſing an auf dem Univerſitätsplatze ge⸗ drängt zu werden und nahm von Augenblick zu Augen⸗ blick zu. Die Schatten, die ſich hier bewegten, näherten ſich einander, drückten ſich die Hand und ſprachen leiſe. Einer von den Rührigſten war unſer Freund Trichter; er hatte im Munde eine ungeheure Pfeife und am Arm

ein ſchlankes Mädchen.

O Unbeſtändigkeit, Dein Name iſt Weib! Die⸗ ſes Mädchen war Lolotte, einſt die Geliebte von Franz Ritter. Der fiegreiche Trichter hatte nicht nur Dorma⸗ gen ſeinen Fuchs, ſondern auch Ritter ſeine Geliebte ge⸗ nommen. Er hatte eine Zwiſtigkeit zwiſchen dem Eifer⸗ ſüchtigen und der Coquette mißbraucht, um an einem ſchönen Morgen die Stelle von Franz einzunehmen.

Gegen zwei Uhr ging Trichter auf eine Gruppe zu und ſagte;