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einen Ausruf, dann pfiffen einige Kugeln an ſeinen Ohren vorüber. Samuel gab dergleichen Dinge immer zurück: er wandte ſich um und feuerte, ohne anzuhalten, zwei Piſtolen ab.
Doch die Polizeiſoldaten waren zu Fuß. Mit eini⸗ gen Sprüngen befand ſich Samuel außer ihrem Bereiche; er ſchlug den Weg durch die öden Gaſſen ein und galop⸗ pirte in Kurzem auf der Landſtraße.
Samuel hatte wohl daran gethan, ſich zu beeilen, denn bald nach ſeinem Abgang erſchien die bewaffnete Macht.
In einem Augenblick waren die Ausgänge abgeſperrt, zwölf Polizeiagenten rückten escortirt von einem Bataillon vor, und einer von ihnen verlangte feierlich die Ausliefe⸗ rung von Samuel und verſprach unter dieſer Bedingung Amneſtie für Alle.
Die Gruppen leiſteten keinen Widerſtand und be⸗ ſchränkten ſich auf die Antwort: Suchet.
Die Nachforſchung begann. Sie dauerte ſeit zehn Minuten, als ein Befehl vom academiſchen Senat an⸗ kam. Einer von den von Samuel niedergeworfenen Leu⸗ ten hatte die Nachricht gebracht, er habe die Stadt ver⸗ laſſen. Der Senat nahm dieſen Abgang als eine erſte genügende Satisfactivn an und forderte nur noch Eines: die Studenten ſollten ſich in Ruhe zerſtreuen.
Man ließ die Aufforderung ergehen; die Studenten zerſtreuten ſich und kehrten geräuſchlos in ihre Wirths⸗ häuſer und Wohnungen zurück.
Der Senat war eben ſo entzückt, als erſtaunt über dieſe ſo raſche Beſänftigung. Der Reſt des Tages be⸗ ſtärkte ihn nur in ſeinem Erſtaunen und in ſeinem Ent⸗ zücken. Keine Herausforderung, kein Streit, keine Droh⸗ ung. Die Studenten ſchienen ihren Zorn vom Morgen ganz und gar vergeſſen zu haben. 2 Es kam die Nacht. Die Bürger legten ſich mit


