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Verruf iſt ausgeſprochen. Zum Vollzug braucht Ihr mich nicht.“
„Sollen wir Dich ſeſtnehmen laſſen?“ fragte Trich⸗ ter beſtürzt.
„Oh!“ erwiederte Samuel lächelnd,„ſei unbeſorgt, ſie haben mich noch nicht! Ich werde mich wohl allein ihren Klauen zu entziehen wiſſen. Alles iſt wohl verab⸗ redet: morgen früh wird Heidelberg nicht mehr in Hei⸗ delberg, ſondern da ſein, wo ich bin. Was die für den Auszug üblichen Förmlichkeiten betrifft, ſo kennt ſie Trich⸗ ter ſo gut wie ſeinen Comment. Ich, ich will voraus⸗ gehen, um die Wohnungen auf dem Mons Aventinus in Bereitſchaft ſetzen zu laſſen. Ihr werdet die Fahne der Univerſität aufgepflanzt finden.“
„Wo?“ fragten mehrere Stimmen.
„In Landeck!“ antwortete Samuel.
Das Geſchrei der Menge brach wieder los.
„In Landeck? Gut, in Landeck! Was iſt das, Landeck? Gleichviel! Landeck iſt noch nicht, Landeck wird für uns ſein. Hurrah für Landeck!“
„Gut!“ ſprach Samuel.„Doch trelet auf die Seite. Hier iſt mein Pferd.“
Der Student, mit welchem Samuel geſprochen hatle, ritt herbei. Er ſtieg ab, Samuel ſtieg auf.
„Die Fahne 2“ fragte er.
Derjenige, welcher die Unlverſitätsfahne trug, über⸗ gab ſie ihm. Samuel rollte ſie um den Schaft, hing ſie an den Sattel ſeines Pferdes, nahm zwei Paare Piſtolen und einen Säbel und ſagte:
„Morgen in Landeck.“
Er gab ſeinem Pferde beide Sporen und ritt im Galopp vom Platze.
Bei der Biegung der erſten Straße begegnete er einer Abtheilung Polizeileute, die er auseinander ſprengte. Ei⸗ ner von ihnen erkannte ihn ohne Zweifel, denn er hörte


