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geſprochen, werden mir erlauben, ihnen zu bemerken, daß es etwas Dringenderes gibt, als uns an unſern Feinden zu rächen(Hört! hört!): das iſt, unſere Freunde zu ret⸗ ten!(Beifall.)
„Während wir hier berathen, find drei von den Un⸗ ſeren im Gefängniß; ſie erwarten uns; ſie wundern ſich, daß wir ihnen nicht zu Hülfe kommen; ſie haben das Recht, an uns zu zweifeln!(Bravo! das iſt wahr! das iſt wahr!)
„Wiel ſeit einer halben Stunde ſind Studenten im Gefängniß, und man hat ſie noch nicht befreit!(Tiefe Senſation.)
„Fangen wir bei ihnen an und endigen wir bei den Andern!(Sehr gut! ſehr gut! hört!) Oeffnen wir ihnen die Thüren, und ſie mögen die Freude haben, an der Beſtrafung ihrer Beleidiger Antheil zu nehmen!“(Aus⸗ bruch von Hurrahs.)
Die Sitzung wurde unter großer Begeiſterung auf⸗ gehoben. Man gab das Looſungswort. Die Studenten bewaffneten ſich in Eile mit Pfählen, eiſernen Stangen und Balken.
Alles war mit einer ſolchen Geſchwindigkeit vor ſich gegangen, daß es an Zeit gefehlt hatte, die Behoͤrden davon zu unterrichten. Das Gefängniß wurde nur vom gewöhnlichen Poſten bewacht. Als der Anführer des Po⸗
ſiens die Studenten an der Ecke der Straße ausmünden
ſah, ließ er vas Thor ſchließen. Doch was vermochte ein Dutzend Menſchen gegen vierhundert Studenten?
„Vorwärts!“ rief Samuel,„man darf der bewaff⸗ neten Macht nicht Zeit laſſen, herbeizukommen.“
Und er ſtellte ſich an die Spitze einer Gruppe, die eine furchtbare Bohle trug, rückte zuerſt vor und ſtieß gegen das Thor.
„Feuer!“ rief der Anführer, und eine Salve flog unter die Belagernden.
Nicht ein Student wich um eine Sohlenbreite zurück.


