Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1851)
Entstehung
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verfolgt er mich auf eine freche Weiſe. Vorgeſtern, als ich an ſeiner Bude vorüberging, hatte er die Unverſchämt⸗ heit, herauszukommen, mir auf offener Straße zu ſagen, mein Rock gehöre ihm, da ich ihn noch nicht bezahlt habe, und die Geberde mit dem Wort verbindend, machte er Miene, eine ruchloſe Hand an meinen Kragen zu legen.

Er hätte es gewagt, in dieſem Grade die Privilegien der Univerfität zu verletzen! rief Samuel.

Sei unbeſorgt, ein ſtolzer Blick hat den Verwegenen in die Schranken gewieſen. Ich verzeihe ihm, denn ich begreife die Wuth dieſes ſanguiniſchen Bürgers, der durch das lange Warten außer ſich gebracht war und bei den Gerichten keine Klage führen kann, wegen der Unſverſitäts⸗ geſetze, welche den Philiſtern uns Credit zu geben ver⸗ bieten. Ueberdies ſage ich Dir, daß auf ſeine Abſicht keine Wirkung gefolgt iſt.

Es iſt ſchon zu viel an der Abſicht! rief Samuel. Mühldorf muß nothwendig beſtraft werden.

Das wäre allerdings nothwendig, aber..

Was aber? Ich verurtheile ihn, Dir Quit⸗ tung zu geben und Dir dabei noch eine ſtarke Entſchädi⸗ gung auszuſetzen. Steht Dir das an?

Vortrefflich. Doch Du ſcherzeſt?

Du ſollſt ſehen. Gib mir Schreibzeug.

Trichter kratzte ſich verlegen hinter dem Ohr.

Nun! Schreibzeug? wiederholte Samuel.

Hoͤre, erwiederte Trichter,ich beſitze weder Tinte, noch Feder, noch Papier.

Läute. Das wird ſich im Hauſe finden.

Ich weiß nicht: es iſt eine Studentenwirthſchaft. Ich habe nie darnach gefragt. Trichter läutete. Ein Aufwärter kam und holte ſodann eiligſt, was man brauchte.

Warten Sie, ſagte Samuel zu dem Aufwärter.

Er ſchrieb:

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