Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1851)
Entstehung
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Höre, woher rührt denn bei Dir die Leidenſchaft für den Freßwanſt?

Von unſerem Duell, antwortete Trichter.Ich liebe ihn als den von mir Beſiegten. Es iſt mein Sieg, was ich bei mir habe, was ich überallhin mitſchleppe, dem ich den Arm gebe. Uebrigens iſt er das beſte Kind der Welt! er grollt mir durchaus nicht, daß ich ihn überwunden; er grollt Dormagen. Er verachtet ihn, weil er ihn nicht zwei Tropfen von der Flüſſigkeit, die Du ihm botſt, hat trinken laſſen. Er ſagt, Du habeſt mir die Ehre gerettet, und Dormagen habe ihm das Le⸗ ben gerettet. Er wird ihm nie verzeihen. Dich, Dich ſchätzt er ganz außerordentlich. Er beneidet mich, daß ich Dein Fuchs bin, und hat nicht mehr der von Dormagen ſein wollen. Da er nicht der Deinige ſein kann, ſo hat er ſich Dir da⸗ durch genähert, daß er ſich zu meinem Unzertrennlichen machte. Wir ſind nun Flaſchenfüchſe. Wir führen ein äußerſt angenehmes Leben und bringen unſere Tage da⸗ mit hin, daß wir unſere Zuneigung einander durch heitere Herausforderungen, wer am meiſten trinken würde, be⸗ zeigen. Das übt uns für den Fall eines Duells.

Mir ſcheint, Ihr waret ſchon ziemlich geübt, ſagte Samuel, eine Rauchwolke ausſtoßend.

Oh! das war nichts. Wir haben Fortſchritte ge⸗ macht, die Dich, glaube mir auf mein Wort, in Er⸗ ſtaunen ſetzen würden.

Ich glaube Deiner Naſe. Doch dieſe beſtändigen Libationen müſſen ſtarke Aderläſſen an Euren Börſen machen.

Ach! erwiederte Trichter mit kläglichem Tone, die Flaſchen leerend, leert man auch ſehr raſch die Ta⸗ ſchen. In den drei erſten Monaten haben wir uns für unſer ganzes Leben in Schulden geſtürzt. Doch wir ma⸗ chen ſeit langer Zeit keine Schulden mehr.

Warum?

Weil man uns keinen Credit mehr gibt. Uebrigens

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