Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1851)
Entstehung
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Auge, mit ſeinem dünnen, ſpöttiſchen Mund, mit ſeinen ſchwarzen Haaren und Augbrauen, mit ſeiner hohen Stirne und ſeiner hervorſpringenden, ſpitzigen Naſe, er⸗ ſchien der Andere, welcher Samuel ſeyn mußte, als das leibhaftige Ebenbild von Mephiſtopheles.

Beide waren mit einem kurzen, dunkelfarbigen Rocke bekleidet, den am Leibe ein lederner Gürtel umſchloß. Anliegende Hoſen, weiche Stiefel und eine weiße Mütze bildeten die übrigen Theile ihrer Tracht.

Beide waren Studenten, wie es ein paar Worte von Julius angedeutet hatten.

Erſtaunt und geblendet durch den Blitz, bebte Inlius und ſchloß die Augen. Samuel erhob im Gegentheil Subapt und kreuzte einen ruhigen Blick mit dem

Dann verſank Alles wieder in tiefe Finſterniß.

Der Blitz war noch nicht völlig verſchwunden, als ein heftiger Donnerſchlag erſcholl und von Echos zu Echos in die Tiefen des Gebirges rollte.

Mein lieber Samuel, ſagte Julius,ich glaube, wir würden klug daran thun, wenn wir anhielten. Un⸗ ſer Marſch könnte den Blitz anziehen.

Statt jeder Antwort ſchlug Samuel ein Gelächter auf und drückte beide Sporen in die Flanken ſeines Pferdes, daß es unter ſeinem Galopp Funken ſtieben und Kieſelſteine fliegen machte, während der Reiter ſang:

Was kümmr' ich mich um dieſe Blitze, Dies lumpig ſchwache Zündholzlicht; Der Augen Feuer, toller Zickzack,

So hell du biſt, haſt du doch nicht!

So machte er ein paar hundert Schritte, dann kehrte er ungeſtüm um und ſprengte zu Julius zurück.

In des Himmels Namen 1 rief dieſer,verhalte Dich doch ruhig, Samuel; wozu dieſe Prahlerei? Iſt das der Augenblick zu fingen? Hüte Dich, daß Gott Deine Ausforderung nicht annimmt!