Teil eines Werkes 
9.-13. Bdchn (1850)
Entstehung
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rief dieſem zu:Warte auf mich! und eilte in der Richtung der Bude des Wechslers fort.

Bei jedem Schritt, den er machte, kam es ihm vor, als zöge er, aus einem dichten Dunſte heraustre⸗ tend, durch eine immer lichter werdende Wolke nach ei⸗ ner reinen, glänzenden Atmoſphäre.

Vor der Thüre des Wechslers hielt er an, um zu athmen; die alte Viſion, die Viſion der Nacht, war bei⸗ nahe verſchwunden.

Er ſchöpfte einen Augenblick Athem und trat ein.

Der Wechsler war an ſeinem Platz, die kupfernen Gefäße waren an ihrem Platz, die Louis d'or waren an ihrem Platz.

Bei dem Geräuſch, das Hoffmann eintretend machte, ſchaute der Wechsler empor.

Ah! ah! ſagte er,Sie ſind es, mein junger Landsmann; bei meiner Treue, ich geſtehe Ihnen, ich zählte nicht mehr darauf, Sie wiederzuſehen.

Ich ſetze voraus, Sie ſagen mir das nicht, weil Sie über das Medaillon verfügt haben, rief Hoff⸗ mann.

Nein, ich verſprach Ihnen, es für Sie aufzube⸗ wahren, und hätte man fünf und zwanzig Louis d'or, ſtatt der drei, die Sie mir ſchuldig ſind, dafür gege⸗ ben, das Medaillon wäre nicht aus meiner Bude ge⸗ kommen.

Hier ſind die drei Louis d'or, ſagte Hoffmann ſchüchtern;doch ich geſtehe, ich habe Ihnen nichts für die Intereſſen zu bieten.

Für die Intereſſen von einer Nacht, eütgegnete der Wechsler,gehen Sie doch, Sie ſcherzen; die In⸗ tereſſen von drei Louis d'or von einer Nacht, und einem Landsmann! niemals.

Und er gab ihm das Medaillon zurück.

Ich danke Ihnen, mein Herr, ſagte Hoffmann; und nun, fuhr er mit einem Seufzer fort,nun

Tauſend und ein Geſpenſt. M. 23