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„Sie haben vort Ihre Taſchen voll Gold auf einen Tiſch ausgeleert?“
„Ja.“
„Sie haben dort zu Nacht gegeſſen und geſchlafen mit einer Frau, deren Kopf, da er zu Ihren Füßen rollte, den gewaltigen Schrecken bei Ihnen verurſachte, von dem Sie befallen waren, als wir Sie anhielten 7
„Ja.“
„Wohl! ſuchen wir das Hotel, man wird vielleicht das Gold nicht mehr finden, aber man wird die Frau finden.“
„Ja,“ rief alle Welt,„ſuchen wir, ſuchen wir!“
Hoffmann hätte gerne nicht ſuchen mögen; aber er war genöthigt, dem ungeheuren Willen zu gehorchen, der ſich um ihn her in den zwei Worten: ſuchen wir, zuſammenfaßte.
Er verließ alſo die Kirche und ging ſuchend die Rue Saint⸗Honoré entlang.
Die Entfernung von der Mariä⸗Himmelfahrts⸗ kirche zur Rue Royale war nicht groß. Und dennoch mochte Hoffmann immerhin ſuchen„Anfangs nachläßig, dann aufmerkſamer und endlich mit dem Willen, zu finden, er fand nichts, nichts, was ihn an das Hotel erinnerte, in das er am vorhergehenden Abend einge⸗ treten war, wo er die Nacht zugebracht hatte, von dem er ſo eben herkam. Wie die Zauberſchlöſſer, welche verſchwinden, ſobald der Maſchiniſt ihrer nicht mehr bedarf, ſo war das Hotel der Rue Saint⸗Honoré verſchwunden, nachdem die hölliſche Scene, die wir zu ſchildern verſucht, geſpielt worden war.
Dies Alles diepte den Tölpeln nicht, welche Hoff⸗ mann begleiteten und durchaus irgend eine Löſung der Angelegenheit haben wollten, die ſie in ihrer Ruhe geſtört hatte; dieſe Löſung konnte aber nur die Auf⸗ findung des Leichnams von Arſene oder die Verhaftung von Hoffmann als einem Verdächtigen ſein.
Da man aber den Leib von Arſene nicht fand, ſo


