346
ſprach der Doctor,„und Sie werden das Protocoll unterzeichnen, nicht wahr?“
„Ich kann nicht unterzeichnen, da ich Sie Lügen ſtrafe, da ich ſage, das ſei unmöglich, da ich ſage, das ſei nicht ſo.“
„Ah! Sie ſagen, das ſei nicht ſo,“ verſetzte der Doctor;„Sie ſagen das mir, dem Arzt der Gefäng⸗ niſſe, mir, der ich Alles gethan habe, was ich ver⸗ mochte, um ſie zu retten, dem dies aber nicht gelungen iſt; mir, der ich am Fuße des Karrens von ihr Ab⸗ S5 genommen. Sie ſagen, das ſei nicht ſo! Warten
ie. 5
Da ſtreckte der Doctor den Arm aus, drückte an der kleinen Diamantfeder, welche als Spange bei dem Sammethalsband diente und zog den Sammet an ſich.
Hoffmann ſtieß einen gräßlichen Schrei aus. Als er aufhörte, durch das einzige Band unterſtützt zu wer⸗ den, das ihn an den Schultern befeſtigte, rollte der Kopf vom Bett auf den Boden und hielt erſt am Schuh von Hoffmann an, wie der Brand erſt am Fuße von Arſene angehalten hatte.
Der junge Mann machte einen Schritt rückwärts und brüllte nach der Treppe ſtürzend:
„Ich bin wahnſinnig!“
Der Ausruf von Hoffmann hatte nichts Uebertrie⸗ benes; die ſchwache Scheidewand, welche bei dem Dich⸗ ter, der das Vermögen ſeines Gehirns übermäßig in Anſpruch nimmt, die ſchwache Scheidewand, ſagen wir, welche, die Einbildungskraft vom Wahnſinn trennend, zuweilen zu brechen im Begriff zu ſein ſcheint, krachte in ſeinem Kopf mit dem Lärmen einer Mauer, die ſich ſpaltet.
Doch zu jener Zeit lief man nicht lange in den Straßen von Paris umher, ohne zu ſagen, warum man lief; die Pariſer waren ſehr neugierig geworden im Jahre der Gnade 1795, und ſo oft ein Menſch laufend


