Teil eines Werkes 
9.-13. Bdchn (1850)
Entstehung
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Anblick der entſeelten Arſene würde mehr bei dem Dor⸗ for bewirken, als alle ſeine Worte.Kommen Sie!

Und er zog ihn in das Zimmer fort.

Dann ſchob er ihn mit einer Hand nach dem Bett, während er mit der andern den Candelabre ergriff, den er nahe an das Geſicht von Arſene hielt, und rief:

Sehen Sie, ſehen Sie.

Doch der Doctor ſchien entfernt nicht erſchrocken und erwieverte:

Ah! es iſt gut von Ihnen, junger Mann, es iſt gut von Ihnen, daß Sie dieſen Körper losgekauft ha⸗ ben, damit er nicht in der gemeinſchaftlichen Grube verfaule. Sehr gut, junger Mann, ſehr gut!

Dieſen Körper... murmelte Hoffmann,losge⸗ kauft. gemeinſchaftliche Grube... mein Gott! was ſagen Sie denn da?

Ich ſage, daß unſere arme Arſene geſtern Morgen um acht Uhr verhaftet, geſtern Nachmittag um zwei Uhr verurtheilt und um vier Uhr Abends hingerichtet worden iſt.

Hoffmann glaubte wahnſinnig werden zu müſſen; er packte den Doctor bei der Gurgel und ſchrie ſelbſt beinahe erſtickend:

Hingerichtet, geſtern um vier Uhr!.. Arſene hin⸗ gerichtet!

Und er ſchlug ein Gelächter auf, doch ein ſo ſelt⸗ ſames, ſo ſcharfes, ſo außerhalb aller Modulationen des menſchlichen Lachens, daß ihn der Doctor mit beinahe erſchrockenen Augen anſchaute.

Bezweifeln Sie es? fragte er.

Wie! rief Hoffmann,ob ich es bezweifle? Ich glaube wohl. Ich habe mit ihr Abendbrod gegeſſen, ich habe mit ihr gewalzt, ich habe dieſe Nacht mit ihr ge⸗ ſchlafen.

Das iſt ein ſeltſamer Fall, den ich in den Jahrbüchern der Arzneiwiſſenſchaft niederlegen werde,