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zu Arſene zurück, die er bei dem Tiſche fand, wo ſie fortfuhr, das Leben, nicht aus der Verjüngungsquelle, ſondern aus der Quelle des Pactolus zu ſchöpfen.
„Nun?“ fragte er ſie.
„Es iſt ſchön, das Gold⸗“ erwiederte ſie;„ich hatte ſeit langer Zeit keines mehr berührt.“
„Komm' und ſpeiſe zu Nacht,“ ſprach Hoffmann, „und dann, Danae, magſt Du Dich nach Deinem Gefal⸗ len im Golde baden, wenn Du willſt.“
Und er zog ſie nach dem Tiſche fort.
„Es friert mich,“ ſagte ſie.
Hoffmann ſchaute umher, die Fenſter und das Bett waren mit rothem Damaſt behängt; er riß einen Vor⸗ hang vom Fenſter und gab ihn Arſene.
Arſene hüllte ſich in den Vorhang, der ſich von ſelbſt zu drapiren ſchien, wie die Falten eines antiken Mantels, und unter dieſer rothen Draperie verdoppelte ihr bleicher Kopf ſeinen Charakter.
Hoffmann fürchtete ſich beinahe.
Er ſetzte ſich an den Tiſch, ſchenkte ſich ein und trank hinter einander zwei bis drei Gläſer Champagner Wein. Dann kam es ihm vor, als ſtiege eine leichte Färbung zu den Augen von Arſene.
Er ſchenkte ihr ebenfalls ein, und ſie trank auch.
Nun wollte er ſie zum Eſſen veranlaſſen; doch ſie weigerte ſich. Als Hoffmann in ſie drang, ſagte ſie:
„Ich könnte nicht verſchlucken.“
„So laß uns trinken.“
Sie reichte ihm ihr Glas.
„Ja, trinken wir.“
Hoffmann hatte zugleich Hunger und Durſt; er trank und aß.
Er trank beſonders, denn er fühlte, daß er der Kühnheit bedurfte; nicht als ob Arſene, wie in ihrem Hauſe, geneigt geſchienen hätte, ihm durch die Stärke oder durch die Verachtung zu widerſtehen, ſondern weil
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