Teil eines Werkes 
9.-13. Bdchn (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

334

Wer ſind Sie, fragte Hoffmann,Sie, die Sie bei Nacht bei einem Schaffot ſchlafen?

Und zu gleicher Zeit kniete er nieder, um das Ge⸗ ſicht von derjenigen zu ſehen, mit welcher er ſprach.

Doch ſie rührte ſich nicht, und die Ellbogen auf die Kniee geſtützt, ließ ſie ihren Kopf auf ihren Händen ruhen.

Trotz der Kälte der Nacht waren ihre Schultern beinahe gänzlich entblößt, und Hoffmann konnte eine ſchwarze Linie ſehen, die ihren weißen Hals umkreiſte.

Dieſe Linie war ein Sammethalsband.

Arſene! rief er.

Nun! ja, Arſene, murmelte mit einer ſeltſamen Stimme die hockende Frau, indem ſie das Haupt erhob und Hoffmann anſchaute.

Ein Botel der Rue Saint-Honors.

Hoffmann wich erſchrocken zurück; trotz der Stimme, trotz des Geſichtes zweifelte er noch. Doch, indem ſie das Haupt erhob, ließ Arſene ihre Hände auf den Schvoß fallen. Dadurch wurde ihr Hals frei und er konnte die ſeltſame Spange von Diamanten ſehen, welche die zwei Enden des Sammetbandes vereinigte und in der Nacht funkelte.

Arſene, Arſene! wiederholte Hoffmann.

Arſene erhob ſich.

Was machen Sie hier zu dieſer Stunde? fragte der junge Mann.Wie! in dieſes graue Gewand ge⸗ kleidet! Wie! mit bloßen Schultern!

Er iſt geſtern verhaftet worden, ſagte Arſene,