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Er machte ſich eine Freude daraus, mit all dieſem Golde den ſchönen Leib zu bedecken, der ſich vor ihm entſchleiert hatte, und der, während er vor ſeiner Liebe wie Marmor geblieben, ſich vor ſeinem Reichthum be⸗ leben würde, wie die Statue von Prometheus, als er ihre wahre Seele gefunden hatte.
Er wollte bei Arſene eintreten, ſeine Taſchen bis auf das letzte Stück leeren und zu ihr ſagen: Nun lieben Sie mich; dann würde er abreiſen und, wenn es möglich, der Erinnerung an dieſen ſo fieberhaften und mächtigen Traum entweichen.
Er klopfte an die Thüre von Arſene, wie ein Herr, der nach Hauſe zurückkehrt.
Die Thüre wurde gesffnet.
Hoffmann lief nach der Freitreppe.
„Wer iſt da?“ rief der Portier.
Hoffmann antwortete nicht.
„Wohin gehen Sie, Bürger?“ wiederholte die Stimme, und ein Schatten gekleidet, wie es die Schat⸗ ten der Nacht ſind, kam aus der Loge heraus und lief Hoffmann nach.
Zu jener Zeit liebte man es ungemein, zu wiſſen, wer aus⸗ und beſonders wer einging.
„Ich gehe zu Mlle. Arſene,“ erwiederte Hoffmann, indem er dem Portier drei bis vier Louis d'or zuwarf, für die er eine Stunde früher ſeine Seele gegeben hätte.
Dieſe Weiſe, ſich auszudrücken, gefiel dem Will⸗ fährigen.
„Mademvoiſelle Arſene iſt nicht mehr hier, mein Herr,“ erwiederte der Portier; mit Recht dachte dieſer, müſſe das Wort Herr an die Stelle des Wortes Bür⸗ ger ſetzen, wenn man es mit einem Mann von ſo freigebiger Hand zu thun habe. Ein Mann, der fragt, kann ſagen: Bürger; doch ein Mann, der empfängt, kann nur ſagen: Herr.
„Wie?“ rief Hoffmann,„Arſene iſt nicht mehr hier?“
„Nein, mein Herr.“
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