Teil eines Werkes 
9.-13. Bdchn (1850)
Entstehung
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Lächelnd fuhr er fort:

Ich dächte, als Landsmann würden Sie mir wohl einen Gefallen thun.

Welchen? fragte der Wechsler, deſſen Geſicht ſich bei dieſem Wort verdüſterte. Der Wechsler iſt nicht mehr Leiher, als die Ameiſe.

Den, mir drei Louis d'or auf dieſes Medaillon zu leihen, antwortete Hoffmann.

Und er reichte zugleich das Medaillun dem Han⸗ delsmann, der es in eine Wage legte und wog.

Würden Sie es nicht lieber verkaufen? fragte der Wechsler.

Oh! nein! rief Hoffmann,es iſt ſchon genug, daß ich es verpfände; ich bitte Sie ſogar, mein Herr, wenn Sie mir dieſen Dienſt leiſten wollen, das Me⸗ daillon mit der größten Sorgfalt für mich aufzube⸗ wahren; denn es iſt mir mehr daran gelegen, als an meinem Leben, und ich werde es morgen wieder aus⸗ löſen; es bedarf eines ganz beſondern Umſtandes, wie der, in dem ich mich befinde, daß ich es verpfände.

So will ich Ihnen drei Louis d'or leihen.

Und mit jenem Ernſte, den er einer ſolchen Hand⸗ lung ſchuldig zu ſein glaubte, nahm der Wechsler drei Louis d'or und legte ſie vor Hoffmann neben einander.

Oh! ich danke Ihnen, mein Herr! tauſendmal Dank! rief der Dichter. Und er griff nach den drei Goldſtücken und verſchwand.

Nachdem er das Medaillon ſtillſchweigend in eine Ecke ſeiner Schublade gelegt hatte, fuhr der Wechsler zu leſen fort.

Dieſem Mann wäre es nicht eingefallen, ſein Gold

gegen das Gold von 113 zu wagen. 2 Der Spieler ſteht der Ruchloſigkeit ſo nahe, daß Hoffmann, als er ſein erſtes Goldſtüͤck auf die Nummer 26 warf, denn er wollte ſie nun auch wieder eines um das andere wagen, den Namen Antonia ausſprach.

So lange ſich die Kugel drehte, war Hoffmann