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„Fünfzehn Louis d'or auf 261“ wiederholte er.
Andere Stimmen nannten andere Nummern und die Kugel drehte ſich abermals.
Diesmal gehörte Alles der Banque. Die Kugel war in das Zero*) gerollt.
„Zehn Louis d'or auf 26!“ murmelte Hoffmann mit erſtickter Stimme.
Dann ſich eines Andern beſinnend:
„Nein, nur neun;“ und er nahm ein Goldſtück zurück, um ſich einen letzten Coup im Spiele, eine letzte Hoffnung zu laſſen.
30 kam heraus.
Das Gold zog ſich vom Meere zurück, wie die Fluth vom Ufer während der Ebbe.
Hoffmann, deſſen Herz keuchte, Hoffmann, der durch die Schläge ſeines Gehirns im Helldunkel den ſpötti⸗ ſchen Kopf von Arſene und das traurige Antlitz von Antonia erblickte, Hoffmann legte mit krampfhafter Hand ſeinen letzten Louis d'or auf die Nummer 26.
Das Spiel war in einer Minute gemacht.
„Rien ne va plus!“ rief der Croupier.
Hoffmann folgte mit glühenden Augen der Kugel, welche ſich drehte, als ob ſich ſein eigenes Leben vor ihm gedreht hätte.
Plötzlich warf er ſich zurück und verbarg ſeinen Kopf in ſeinen beiden Händen.
Er hatte nicht nur verloren, ſondern er hatte auch weder bei ſich, noch zu Hauſe mehr einen Pfennig.
Eine Frau, welche da war, und die man eine Minute vorher für vierzig Livres hätte haben können⸗ ſtieß einen heftigen Freudenſchrei aus und raffte eine Handvoll Gold, das ſie gewonnen, zuſammen.
Hoffmann hätte zehn Jahre von ſeinem Leben für einen von den Louis d'or dieſer Frau gegeben.
Mit einer Bewegung, raſcher als die Ueberlegung,
*) Die Rull.


