Teil eines Werkes 
9.-13. Bdchn (1850)
Entstehung
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Mutter iſt geſtorben; worauf er erwiederte:Meine Mutter wird geſtorben ſein, wenn ich getanzt habe; Herr von Baſſompierre war ein frommer Sohn gegen einen Spieler. Ein Spieler im Spielzuſtande, dem man dergleichen ſagte, würde nicht einmal das Wort des Marſchalls erwiedern, einmal, weil das verlorene Zeit wäre, und dann, weil ein Spieler, der ſtets ohne Gemüth iſt, auch keinen Geiſt hat, wenn er ſpielt.

Wenn er nicht ſpielt, iſt es dasſelbe, er denkt an das Spielen.

Der Spieler hat alle Tugenden ſeines Laſters, er iſt nüchtern, er iſt geduldig, er iſt unermüdlich. Ein Spieler, der plötzlich zu Gunſten einer redlichen Lei⸗ denſchaft, eines großen Gefühls, die unglaubliche Energie, die er in den Dienſt des Spiels ſtellt, ableiten könnte, wäre im Augenblick einer der größten Männer der Welt. Nie haben Cäſar, Hannibal oder Napoleon, ſogar bei der Vollführung ihrer größten Dinge, eine Stärke, welche der des obſcurſten Spielers gleich, ent⸗ wickelt. Der Ehrgeiz, die Liebe, die Sinne, das Herz, der Geiſt, das Gehör, der Geruch, das Gefühl, alle Lebensfedern des Menſchen vereinigen ſich auf einem einzigen Wort und einem einzigen Zweck; Spielen. Und glauben Sie nicht, der Spieler ſpiele, um zu ge⸗ winnen; damit fängt er zuerſt an, aber am Ende ſpielt er, um zu ſpielen, um Karten zu ſehen, um Gold durch die Hand laufen zu laſſen, um die ſeltſamen Bewegun⸗ gen zu erfahren, welche in keiner andern Leidenſchaft des Lebens ihre Vergleichung haben, welche bewirken, daß von dem Gewinn oder Verluſt, dieſen zwei Polen, bei denen der Spieler von einem zum andern mit der Geſchwindigkeit des Windes übergeht, von denen der eine brennt wie das Feuer, der andere frieren macht, wie das Eis, welche bewirken, ſagen wir, daß das Herz in ſeiner Bruſt unter dem Verlangen oder unter der Wirklichkeit ſpringt, wie ein Pferd unter dem Sporn, wie ein Schwamm alle Fähigkeiten der Seele einſaugt,