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Meuchelmord. Ihr, die Ihr ſeit geſtern nicht gegeſſen, Ihr, die Ihr leidet, die Ihr weint, kommt zu mir; Ihr werdet ſehen, wie reich wir ſind, Ihr werdet ſehen, wie wir lachen. Habt Ihr ein Gewiſſen oder ein Mädchen zu verkaufen? nur herbei! Iht ſollt die Augen voll Gold, die Ohren voll Unfläthereien bekommen; Ihr ſollt mit beiden Füßen im Laſter, in der Verderbniß und in der Vergeſſenheit gehen. Kommt heute Abend hierher, morgen werdet Ihr vielleicht todt ſein!“
Das war der große Grund. Man mußte leben, wie man ſtarb, ſchnell.
Und man kam.
Mitten unter dem Allem war natürlich der beſuch⸗ teſte Ort, der, wo man ſpielte. Hier fand man, womit man das Uebrige bekommen konnte.
Von allen dieſen glühenden Zuglöchern, welche man für die Schilder benützte, war es die Nummer 113, die mit ihrer rothen Laterne, einem ungeheuren Auge von dem trunkenen Cyelopen, genannt das Palais⸗ Egalité, am meiſten Licht auswarf.
Hat die Hölle eine Nummer, ſo muß es 113 ſein.
Oh! es war hier für Alles vorhergeſehen.
Im Erdgeſchoß fand ſich ein Reſtaurant; im erſten Stock das Spiel; die Bruſt des Gebäudes enthielt das Herz, das war ganz natürlich; im zweiten Stock hatte man Gelegenheit, die Kraft, welche der Körper im Erdgeſchoß erlangt, und das Geld zu vergeuden, das die Taſche darüber gewonnen hatte.
Und nach dieſem Hauſe lief Hoffmann, der pvetiſche Geliebte von Antonia.—
Die Nummer 113 war, wo ſie heute iſt, einige Buden vom Hauſe Corcelet.
Kaum war Hoffmann aus ſeinem Wagen geſprun⸗ gen, kaum hatte er einen Fuß in die Gallerie des Palais geſetzt, als er von den Gottheiten des Ortes angegangen wurde, was er hauptſächlich ſeiner frem⸗ den Tracht zu verdanken hatte, welche zu jener Zeit
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