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„Ah! verzeihen Sie, ich vergaß, einen Brief für Sie.“
„Ah! ein Autograph, von wem?“
„Nein, es iſt kein Autograph, es iſt ganz einfach, wenigſtens vermuthe ich es, ein Brief.“
„Ah! ja, ein Brief.“
„Ein Brief, der mit der Poſt gekommen. Fran⸗ sviſe hat mich erſucht, Ihnen denſelben zu übergeben.“
„Ich danke. Strecken Sie gefälligſt die Hand aus und geben Sie mir 4
„Was?“
„Ein Schwefelhölzchen. Wahrhaftig, ich bin noch ganz betäubt. Wäre ich abergläubiſch, ſo würde ich denken, es ſei eine Ahnung.“
Er nahm das Schwefelhölzchen, das ich ihm bot, und zündete es an der rothen Aſche des Herdes an.
Allmälig verbreitete ſich das zunehmende Licht im Zimmer und erlaubte die Gegenſtände zu unterſcheiden.
„Oh! mein Gott!“ rief ich plötzlich.
„Was haben Sie denn?“ fragte mich Herr von Villenave, während er ſeine Kerze anzündete.
„Aber, mein Gott! Ihr ſchoͤnes Paſtelbild, was iſt ihm denn geſchehen?“
„Ja, Sie ſehen,“ erwiederte traurig Herr von Villenave.„Ich habe es an den Kamin geſtellt, und erwarte den Glaſer, den Einrahmer.“
„Der Rahmen iſt in der That zerbrochen und das Glas in tauſend Stücken.“
„Ja,“ ſprach Herr von Villenave, der das Por⸗ trait mit einer ſchwermüthigen Miene anſchaute und den Brief vergaß,„Jja, es iſt etwas Unbegreifliches.“
„Es iſt ihm alſo ein Unfall begegnet?“
„Denken Sie ſich, vorgeſtern hatte ich den ganzen Abend gearbeitet; es war drei Viertel nach eilf Uhr, ich legte mich zu Bette, ſtellte mein Licht auf den Nacht⸗ tiſch und ſchickte mich an, die Probebogen von einer kleinen gedrängten Ausgabe meines Ovids durchzuſehen,


