Teil eines Werkes 
9.-13. Bdchn (1850)
Entstehung
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Conſole dem Kamin gegenüber, ſtand das in Beziehung auf Kunſt und Archäologie wichtigſte Stück des Salon.

Es war die Urne von Bronze, in welcher das Herz von Bayard enthalten geweſen; ein kleines an ihrem Umkreiſe fortlaufendes Basrelief zeigte den Ritter ohne Furcht und Tadel, wie er das Kreuz ſeines Schwer⸗ tes küßte.

Dann kamen zwei große Gemälde: eines von Hol⸗ bein, Anna von Boleyn, das andere von Claude Lor⸗ rain, eine italieniſche Landſchaft vorſtellend.

ch glaube, daß die dieſen Gemälden gegenüber⸗ hängenden Rahmen das eine das Portrait von Frau von Monteſpan und das andere ein Portrait von Frau von Sévigné oder von Frau von Grignan enthielten.

Ein Ameuhlement von utrechter Sammet bot den Freunden des Hauſes ſeine großen Canapés, mit weißen, mageren Armen, und den Fremden ſeine Lehnſtühle und ſeine Seſſel.

Dieſes Stockwerk war ganz eigenthümlich die Do⸗ maine von Madame Waldor, und hier übte ſie ihr Vice⸗ königthum aus.

Wir ſagen ihr Vicekönigthum, denn obgleich ihr von ihrem Vater dieſer Salon überlaſſen worden, war ſie doch nur die Vicekönigin; ſobald nämlich Herr von Villenave eintrat, übernahm er wieder das Königthum,

und von da gehörten ihm die Zügel der Regierung.

Herr von Villenave hatte elwas Deſpotiſches in ſeinem Charakter, das ſich von der Familie auf die Fremden erſtreckte. Man fühlte, wenn man bei Herrn von Villenave eintrat, daß man ein Theil vom Eigen⸗

thum dieſes Mannes wurde, der ſo viel geſehen, ſo viel ſtudirt hatte und ſo viel wußte. Obgleich gemil⸗ dert durch die Höflichkeit des Hausherrn, laſtete doch dieſer Deſpotismus auf eine beengende Weiſe auf der Geſammtheit der Geſellſchaft. Wenn Herr von Ville⸗ nave gegenwärtig, ſo war die Converfation vielleicht beſſer geführt, wie man damals ſagte, aber ſicher⸗