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Arbeit, die ſich ein⸗ oder zweimal in der Woche, nicht mehr, ankleiden und während der übrigen Zeit in einer alten langen Hoſe, einem alten Schlafrock und alten Schlappen im Staube ihres Cabinets blei⸗ ben. Dieſe Pilette an Galatagen mit dem klein ge⸗ fältelten Hemde mit dem Jabot, mit der mittelſt eines Bügeleiſens zuſammengefalteten weißen Halshinde, iſt die Frau oder die Tochter, oder die Haushälterin zuzu⸗ rüſten heauftragt. Hievon rührt die Proteſtation her, welche dieſer gut ausgeklopfte, gut gebürſtete Anzug ge⸗ gen den Anzug von allen Tagen, von allen Stunden ausſpricht, der einen wahren Abſcheu vor dem Meer⸗ rohr und der Queckenbürſte hat.
Herr von Villenave hatte einen blauen Frack mit vergoldeten Knöpfen, ſchwarze Beinkleider, eine gelbe Weſte und eine weiße Halsbinde.
Der Geiſt iſt eine ſeltſame Mechanik, ein intellec⸗ tuelles Räderwerk, das wider unſeren Willen geht oder ſtille ſteht, weil die Hand Gottes es iſt, die daſſelbe auf⸗ zieht, eine Pendeluhr, welche nach ihrem Willen die Stunden der Vergangenheit und die der Zukunft ſchlägt.
Woran war mein Geiſt haften geblieben, als ich Herrn von Villenave ſah? etwa, wie ich vorhin ſagte, an einer Ecke ſeiner Rede? Nein, an einer Ecke ſeines Lebens.
Ich hatte einſt, wo? das wußte ich nicht mehr, eine Brochure von Herrn von Villenave geleſen, welche im Jahre 1794 unter dem Titel: Bericht über die Reiſe von 132 Nanteſen erſchienen war.
An dieſer Epiſode des Lebens von Herrn Villenave hatte ſich mein Geiſt angehakt, als ich zum erſten Mal Herrn von Villenave ſah.
Herr von Villenave hatte in der That im Jahr 1793, das heißt, zu gleicher Zeit mit Jean Baptiſte Carrier, blutigen Angedenkens, in Nantes gewohnt.
Dort hatte er den Proconſul, der die Gerichte zu lang und die Guillotine zu langſam fand, die Prozeſſe,


