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ich meinen Traum hatte, ſo hatte er den ſeinigen; ſein Traum war der Thron.
Mein Gott, erbarme Dich des Königs! Mein Gott, mache Frieden mit dem Greiſe! Mein Gott, gib dem Gatten und dem Vater Alles, was ihm an väter⸗ lichem und ehelichem Glück in dem unendlichen Schatze Deiner Güte bleiben kann!
Ach! in Dreur habe ich dieſen gekrönten Vater ſehr bitter auf dem Grabe des Sohnes weinen ſehen, der eine Krone tragen ſollte.
Nicht wahr, Sire, der Verluſt Ihrer Rrone„hat ſie nicht ſo viele Thränen gekoſtet, als der Tod Ihres Kindes?
Kommen wir auf den Herzog von Orleans und ſein Portefeuille zurück.
Dieſes Portefenille beſtand aus dem Courrier des Tages und den Zeitungen vom Abend, was man nach Neuilly ſchicken mußte.
War das Portefeuille durch einen reitenden Voten abgeſchickt, ſo mußte man auf die Antwort warten.
Der zuletzt ins Bureau gekommen, war immer mit dieſem Geſchäfte beauftragt, und da ich der letzte war, ſo hatte ich es als meinen Theil erhalten.
Mein Kamerad Erneſt Banet war mit dem Porte⸗ feuille vom Morgen beauftragt.
Wir machten abwechſelnd das Portefeuille vom Sonntag.
Eines Abends, als ich zwiſchen dem abgeſandten Portefeuille und dem, welches zurückkommen ſollte, ein paar Worte von Chriſtine kritzelte, öffnete ſich die Thüre meines Bureau; ein feiner Kopf mit blondem, gelocktem Haare drang durch die Oeffnung, und eine Stimme mit leicht ſpöttiſchem Ausdruck ließ mich in ein wenig kreiſchenden Noten die drei einſilbigen Worte hören:
„Biſt Du da?“
„Ja,“ antwortete ich lebhaft;„herein!“
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