Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn (1850)
Entstehung
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ſtieg, ſo konnte ich Schimindra leicht ihre Bitte gewäh⸗ ren, und der Bezvar, der in einem ledernen Beutelchen an meinem Halſe hing, blieb fortwährend ein Geheim⸗ niß zwiſchen Schimindra und mir.

Jeden Abend war es mir geſtattet, meiner Braut den Hof zu machen, ſo daß die Zeit ſchnell verging;

da ich wenig Chineſiſch und ſie ſehr wenig Hindoſtaniſch,,

gar nicht Holländiſch und gar nicht Franzöſiſch ſprach, ſo fand unſere Unterhaltung meiſtens durch Geberden ſtatt, was uns oft eine Kühnheit des Ausdrucks gab, die ich mit dem Worte nicht gehabt hätte; aber zu Ehren meiner ſchönen Vanly-Tching muß ich ſagen, ſie erhielt unangetaſtet den Ruf der Tugend, den ſie ſich ge⸗ macht hatte, und während ſie mir gewiſſe Bagatellen ohne Bedeutung einräumte, ließ ſie mich doch nie eine Abſchlagszahlung auf die Heirath nehmen.

Endlich kam der Tag.

Zwei Tage vorher hatte mich eine gewaltige Angſt ergriffen: mehrere Cholerafälle waren in Cavita vor⸗ gekommen, und einer oder zwei auch in Bidondo, ſo daß ich zitterte, die Gegenwart der Epidemie könnte Vanly⸗Tching beſtimmen, unſere Hochzeit zu verſchieben; aber die ſchöne Chineſin war ein ſtarker Geiſt, und die⸗ ſes Ereigniß hatte keine Macht über ſie.

Der 27. October war der große Tag. Der 27. October war ein Feſt für die ganze Stadt Bidondv. Vom Morgen drängte ſich die Menge vor der Thüre von Vanly⸗Tching. Es war das vierte Mal, daß man die ſchöne Chineſin im Brautgewande durch die Stadt ziehen ſah, und man wurde nicht müde, ſie zu ſehen.

Es iſt die Gewohnheit, daß die chineſiſche Braut in Begleitung von Muſik und Geſang durch die Stadt zieht; das gleicht ziemlich, wie mir ein in Manilla wohnender holländiſcher Gelehrter geſagt hat, dem al⸗

ten griechiſchen Geleite; nur trägt die Braut bei ihrer

erſten Heirath einen dichten Schleier zum Zeichen der Jungfräulichkeit auf dem Geſicht, während die chineſiſche

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