Vanly⸗Tching bedeuten zehn tauſend Lilien; Sie ſehen, die Pathen meiner ſchönen Chineſin hatten dieſer Gerechtigkeit widerfahren laſſen und ihr einen Namen gegeben, der mit ihrer Schönheit im Einklang ſtand.
„Ich erbat mir bei meinem Geſchäftsfreund Aus⸗ kunft über die ſchöne Chineſin; bei dem erſten Worte, das ich ſprach, hob er den Finger zur Höhe meines Auges empor und rief:
„„Ah! Schelm!““
„Ich begriff dies Alles und wurde nur um ſo vringlicher: da erfuhr ich, die ſchöne Vanly⸗Tching ſei eine kleine chineſiſche Wgiſe, die von einem berühmten Arzt aufgenommen worbz, der ſich in ſie verliebt, ob⸗ gleich ſie erſt zwölf Jahre Kgeweſen, und ſie, obgleich er ſechs und ſechzig gezählt, geheirathet habe. Die Vor⸗ ſehung wollte auch nicht, daß eine ſo unverhältnißmäßige Ehe kange dauerte. Nach drei Monaten ſtarb der gute Arzt an einer Krankheit, in der er ſelbſt nicht klar ge⸗ ſehen, doch er war ſehr glücklich geſtorben, denn kein Menſch konnte ſich rühmen, in ſeiner Krankheit ſo gut gepflegt worden zu ſein, wie ihn ſeine junge und wür⸗ dige Frau gepflegt hatte; er hinterließ ihr auch Alles, was er beſaß, etwa zwei bis drei tauſend Rupien. Das war eine ſehr kärgliche Belohnung für die Ergebenheit, welche die Witwe während der Krankheit entwickelte, und beſonders für den Schmerz, den fie nach ſeinem Tode hatte ausbrechen laſſen.
„Nur gründete die junge Witwe mit den drei tauſend Rupien, die ſie geerbt, in dem unſcheinbarſten Quartier der Stadt einen kleinen Fächerhandel, der durch ihre Sparſamkeit und ihren Verſtand auf eine wunderbare Weiſe zu gedeihen anfing.
„Was aber bei der frühzeitigen Witwenſchaft der ſchönen Vanly⸗Tching beſonders merkwürdig erſchien⸗ war der Umſtand, daß ſie, ſtatt auf alle die Anträge der Elegans von Bidondo zu hören, ſtatt durch eine Unklugheit den Ruf eines vernünftigen Benehmens,
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