treppe hinauf; als er die oberſte Stufe erreicht hatte, wandte er ſich um und erzählte, um die Neugierde Aller zu befriedigen, wie Ferdinand der Katholiſche, nachdem er dreißig feſte Plätze und eben ſo viele Städte erobert, Granada zu belagern angefangen; wie nach einer lan⸗ gen und furchtbaren Belagerung Granada ſich am 25. November 1491 ergeben habe, und wie endlich der Kö⸗ nig und die Königin am 6. des Monats Januar, am Tage der Erſcheinung Chriſti, als einzige Domäne dem Nachfolger der Könige von Granada und der Kalifen von Cordua eine kleine Schenkung in den Alpujarras laſſend, eingezogen ſeien.
Nachdem dieſe Auskunft zur großen Freude der Zuhörer gegeben war, trat Don Bernardo, nur von ſeinen vertrauteſten Dienern begleitet, in das Schloß ein.
Nicht ohne eine gewaltige Gemüthsbewegung ſah Don Bernardo nach zehn Jahren das Zimmer dieſes Schloſſes wieder, wo er ſeine Kindheit verlebt hatte, und das er leer fand, da ſich ſein Vater in Burgos aufhielt, und von ſeinen zwei ältern Brüdern der eine ge⸗ ſtorben war und der andere ſich beim Heere von Fer⸗ dinand befand.
Don Bernardo durchlief traurig und ſchweigſam alle Gemächer; es war, als läge im Grunde ſeines Geiſtes eine Frage, die er nicht zu thun wagte, und die unter den Fragen, welche er machte, verſchleiert blieb. Endlich ſtand er vor dem Portrait eines Mädchens von neun bis zehn Jahren ſtille und fragte mit einem gewiſſen Zögern, was für ein Portrait dies ſei.
Der Befragte ſchaute Don Bernardo ſtarr an, ehe er antwortete.
Es war, als begriffe er nicht.
„Dieſes Portrait?“ ſagte er.
„Allerdings dieſes Portrait,“ wiederholte Don Bernardo mit gebieteriſchem Ton.
„Gnädigſter Herr,“ antwortete der Diener,„es iſt
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