Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn (1850)
Entstehung
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mete und fühlte, welche eine Stunde vor Sonnenaufgang über die Oberfläche der Erde hinläuft und der letzte Seufzer der Nacht zu ſein ſcheint.

Wie wir gegen das Gebirge kamen, ſchien das weiße Ende des Weges, dem wir folgten, ſich unter einer düſtern Arcade zu verlieren, welche ziemlich das Ausſehen des Rachens eines niedergekauerten, mit dem Verzehren einer Schlange beſchäftigten Ungeheuers hatte.

Dieſer Rachen war die Fortſetzung des Weges, der aus einer Straße zum Fußpfade wurde, auf deſſen beiden Seiten ſich eine Art von Makis erhob, beſtehend aus Erdbeerbäumen und Steineichen, deren Zweige ſich an ihrem oberen Ende verbanden und den düſteren Ra⸗

chen bildeten, der uns zu verſchlingen ſich anſchickte.

Wir drangen hier ein mit dem inſtinktartigen Ge⸗ fühle, daß wir die civiliſirte Erde mit der wilden Erde vertauſchten, und daß wir nach Ueberſchreitung dieſer Grenze nur noch von uns allein Schutz zu fordern hat⸗ ten. Die Stärke erſetzte das Recht.

Nachdem wir ungefähr fünfzig Schritte auf dieſem Abhang gemacht hatten, fiel uns ein ſeltſamer Umſtand auf: daß nämlich der Weg von Kreuzen, welche mit

Inſchriften verſehen, eingefaßt war. Dem erſten, dem

zweiten von dieſen Kreuzen ſchenkten wir keine Auf⸗ merkſamkeit; doch beim dritten, beim vierten und beim fünften fragten wir, was ſie bedeuteten.

Unſere vier Corduaner lachten über unſere Naive⸗ tät.

Steigen Sie ab und leſen Sie, ſagte Paroldo u mir. Ich ſchickte mich an, abzuſteigen, doch ich bemerkte, daß ich mir eine unnöthige Mühe machte, inſofern eines von dieſen Kreuzen, an einen Baumſtamm genagelt, ſich gerade in meinem Bereiche fandz es war überragt von einem Buſche geweihten Buchs, und in weißen Buch⸗ ſtaben las man folgende Inſchrift auf dem Querholz: