Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

236

Etwas wie ein tödtlicher Schauer durchlief den Leib des Lebenden.

Der Todte aber erhob ſich mit demſelben traurigen Lächeln, das Beppo ſchon auf ſeinen Lippen bemerkt hatte, nahm eines nach dem andern ſeine Kleidungs⸗ ſtücke und ging aus der Stube, den Kopf beſtändig ſeinem Freunde zugewendet, dem er mit der Hand eine Geberde des Abſchieds machte.

In dem Augenblick, wo Gaetano über die Thür⸗ ſchwelle ſchritt, glaubte Beppo einen langen Seufzer ſich aushauchen hören.

Dann entfernte ſich das Geräuſch der Tritte auf der Treppe mit einer Verminderung, ähnlich dem Ge⸗ räuſch, das ſie bei der Annäherung gemacht hatten.

Oh! es iſt entſchieden, murmelte der junge Mann, indem er den Kopf auf das Kiſſen zurückſinken ließ,Gaetano iſt todt! todt!..

War es Ohnmacht, war es Müdigkeit, Beppo er⸗ wachte erſt bei Tagesanbruch. Eine ganze Nacht hatte für ſein Pferd genügt, um auszuruhen, es war friſch und munter. Beppo ſchwang ſich in den Sattel und ritt weiter.

Bie dahin hatte er ſich auf allen Poſten ſorgfältig erkundigk, ob nicht vier und zwanzig Stunden vorher ein junger Mann von zwanzig bis ein und zwanzig Jahren, der Straße von Bologna nach Rom folgend, umgeſpannt habe.

Bis jetzt hatte er beſtimmte Nachricht von Gae⸗ tano erhalten; in Foligno und in Spoletto dieſelbe Antwort: überall hatte man den jungen Mann, der mit ſeiner Studentenkarte reiſte, geſehen; er befand ſich wohl und ſchien große Eile zu haben, um nach Rom zu kommen.

Im Sommer ſchon ſchlecht, war indeſſen die Straße, wegen des Schnees beinahe unbenützbar geworden; in Folge hievon konnte Beppo an dieſem Tage nicht mehr thun, als Terni erreichen, In Strettura, zwei Stunden