Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1850)
Entstehung
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„Mittlerweile näherte ſie ſich. Bei meinem Ehren⸗ wort! es war, als vermuthete ſie, es würde eine ſchlimme Wendung für ſie nehmen. Sie hatte bange und ſchaute nach allen Seiten, doch ich war gut verborgen und rührte mich nicht.

„Da kniete ſie vor dem Faſſe nieder, hielt die Flaſche daran und drehte den Hahnen.

„Ich ſtand auf. Sie begreifen, Jeanne kniete. Das Geräuſch des Weines, der in die Flaſche floß, ließ ſie das Geräuſch nicht hören, das ich machen konnte. Uebrigens machte ich keines; ſie lag auf den Knieen wie eine Schuldige, wie eine Verurtheilte. Ich hob das Schwert in die Höhe und... han!.. Ich weiß

nicht einmal, ob ſie einen Schrei ausſtieß, der Kopf

rollte.

„In dieſem Augenblick wollte ich nicht ſterben, ich wollte entfliehen. Ich gedachte ein Loch im Keller zu machen und ſie zu begraben. Ich ſprang nach dem rollen⸗ den Kopf, während der Körper ſeinerſeits ſprang. Ich nahm alſo den Kopf oder der Kopf nahm vielmehr mich. Sehen Sie.“

Und er zeigte ſeine rechte Hand, deſſen Daumen ein breiter Biß verſtümmelt hatte.

„Wie! der Kopf nahm Euch? Was Teufels ſagt 3

Ihr da?“

„Ich ſage, er habe mich mit den Zähnen gebiſſen. Ich ſage, er habe mich nicht loslaſſen wollen. Ich legte ihn auf den Gypsſack, lehnte ihn mit meiner linken Hand an die Wand an und ſuchte ihm die Rechte zu entreißen: doch nach einem Augenblick gingen die Zähne

von ſelbſt auseinander. Ich zog meine Hand zurück; da,

ſehen Sie, es war vielleicht Tollheit, aber es kam mir vor, als wäre der Kopf lebendig; die Augen waren weit geöffnet. Ich ſah ſie wohl, da das Licht auf dem Faſſe

ſtand, und dann die Lippen, die Lippen bewegten ſich, und indem ſie ſich bewegten, ſagten ſie:„Elenderl

ich war unſchuldig!““