Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1850)
Entstehung
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gebrochen, ein Menſch iſt zerquetſcht worden. Auf der Oberfläche der Erde glaubt man, es ſei dies ein Un⸗ glück; dreißig Fuß darunter weiß man, daß es ein Verbrechen iſt.

Der Anblick det Steinbrecher iſt im Allgemeinen widrig. Am Tage blinzelt ihr Auge; in der Luft iſt ihre Stimme dumpf. Sie tragen glatte, bis an die Augenbraunen vorgeſtrichene Haare; einen Bart, der nur alle Sonntage mit dem Raſirmeſſer Bekanntſchaft macht; eine Weſte, welche Aermel von grober grauer Leinwand ſehen läßt, eine Schürze von Leder, die von der Be⸗ rührung des Steines weiß geworden. Auf einer ihrer Schultern iſt ihr Wamms zuſammengelegt, und auf dieſem Wamms ruht der Stiel der Haue oder des Brecheiſens, das ſechs Tage in der Woche den Stein bearbeitet. Wenn ein Aufruhr ſtattfindet, iſt es ſelten, daß die Menſchen, die wir zu ſchildern verſucht, nicht

daran Theil nehmen. Sagt man bei der Barrisre

d'Enfer: Seht die Steinbrecher von Montrouge kom⸗ men herab, ſo ſchütteln die Bewohner der benachbarten Straßen den Kopf und ſchließen ihre Thüren.

Das iſt es, was ich betrachtete, was ich ſah, wäh⸗ rend dieſer Stunde der Abenddämmerung, die im Monat September den Tag von der Nacht ſcheidet; als die Nacht gekommen war, warf ich mich in den Wagen zurück, von wo aus ſicherlich keiner meiner Gefährten geſehen hatte, was ich geſehen habe; ſo iſt es bei allen Dingen: Viele ſchauen, Wenige ſehen.

Gegen halb neun Uhr langten wir in Fontenay an; ein vortreffliches Abendbrod harrte unſer; auf das Abendbrod folgte ein Spaziergang im Garten.

Sorrent iſt ein Orangenwald, Fontenay iſt ein Roſenſtrauß. Jedes Haus hat ſeinen Roſenſtock, der ſich, am Fuß durch einen Bretterverſchlag geſchützt, die Mauer entlang hinaufzieht; hat der Roſenſtock eine gewiſſe Höhe erreicht, ſo breitet er ſich wie ein rieſiger Fächer aus; die durchziehende Luft iſt mit balſamiſchen