Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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pen hatten ſich geſchloſſen, ihre Hände ruhten in einander, ihre Augen waren zum Himmel erhoben.

Nach einigen Minuten beugte ſich Roland zum Ohre von Frau von Montrevel herab und ſagte ihr mit leiſer Stimme:

Kommen Sie, meine Mutter, ich habe mit Ihnen zu ſprechen.

Frau von Montrevel ſtand auf und drängte den kleinen Edouard nach dem Bette ſeiner Schweſter; das Kind erhob ſich auf ſeine Zehenſpitzen und küßte Amelie auf die Stirne.

Dann nahm Frau von Montrevel ſeinen Platz ein, beugte ſich auf ihre Tochter herab, und küßte ſie ſchluchzend auf dieſelbe Stelle.

Roland kam nun an die Reihe; mit gebrochenem Herzen aber trockenem Auge that er daſſelbe; er hätte viel gegeben, wenn er die Thränen hätte ver⸗ gießen können, die aus ſeinem Herzen floſſen.

Amelie ſchien gegen ſeinen Kuß ebenſo unem« pfindlich, wie gegen die beiden vorhergehenden.

Der Knabe voran, dann Frau von Montrevel und Roland, gingen ſie nach der Thüre.

Im Augenblick, als ſie über die Schwelle treten wollten, blieben alle zitternd ſtehen.

Sie hatten den Namen Roland deutlich ausſpre⸗ chen hören.

Roland wandte ſich um.

Amelie ſprach zum zweiten Male den Namen ihres Bruders aus.

Rufſt Du mich, Amelie? fragte Roland. Ja, antwortete die Stimme der Sterbenden. Allein oder mit meiner Mutter?