246
Du mich in letzter Nacht bei Dir geſehen; aber ſprich, d läßt ſich dies Unglück nicht wieder gut machen?“ k „Vielleicht,“ verſeßzte Anelie. f „Wenigſtens, hoffe ich, bedroht es nur mich.“ b „Es bedroht uns alle beide.“. Der junge Mann fuhr mit der Hand über die x Stirne, um den Schweiß abzutrocknen. „Sprich,“ machte er,„ich habe Kraft.“ „Wenn Du auch die Kraft haſt, Alles zu hören, t ſo habe ich doch nicht die Kraft, Alles zu ſagen.“ Dann einen Brief vom Kamine nehmend, ſagte ſie: „Lies, das habe ich heute Abend durch den Cou⸗. rier erhalten.“ Der junge Mann nahin den Brief und ſah, ihn überfliegend, nach der Unterſchrift. „Er iſt von Frau von Montrevel,“ ſagte er. „Ja, mit einer Nachſchrift von Roland.“
Der junge Mann las:
„Meine vielgeliebte Tochter.
„Ich wünſche, daß die Neuigkeit, die ich Dir mittheile, Dir eine ähnliche Freude bereite, wie mir und unſerem lieben Roland. Sir John, dem Du. das Herz abſprachſt, und von dem Du behaupteteſt, 4 er ſei eine Maſchine aus den Werkſtätten von Vau⸗ canſon, anerkennt, daß Du vollkommen Recht hatteſt bis zu dem Tage, wo er Dich ſah, aber ſeit dieſem Tage behauptet er, daß er wirklich ein Herz habe und daß dieſes Herz Dich anbete.
„Sollteſt Du es, meine liebe Amelie, aus ſeinem ariſtokratiſch höflichen Benehmen erkannt haben, in


