Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Amelie ſetzte ſich an das Fenſter und blieb un⸗ beweglich, die Blicke auf den Garten geheſtet.

Es war eine dunkle und mondloſe Nacht, und doch ſah ſie, nach Verfluß von einer Viertelſtunde, oder vielmehr ahnte ſie einen Schatten, der über den kleinen Grasplatz ging und ſich dem Schloſſe näherte.

Sie ſtellte ihr einziges Licht in den fernſten Win⸗ kel ihres Zimmers und öffnete dann das Fenſter.

Der, welchen ſie erwartete, war bereits auf dem Balcon.

Wie in der erſten Nacht, wo wir ihn hier hatten heraufſteigen ſehen, umſchlang er mit ſeinem Arm die Hüfte des jungen Mädchens und zog ſie in das Zimmer.

Aber dieſe leiſtete einen leichten Widerſtand: ſie ſuchte mit der Hand die Schnur der Jalouſie, löste ſie von dem Nagel, der ſie feſthielt, und die Jalouſie fiel mit mehr Geräuſch, als die Klugheit es vielleicht gewollt.

Hinter der Jalouſie ſchloß ſie das Fenſter.

Dann holte ſie das Licht aus dem Winkel, in dem ſie es verborgen.

Das Licht beleuchtete, während ſie es zurücktrug, ihr Geſicht.

Der junge Mann ſtieß einen Schrei des Schre⸗ ckens aus.

Das Geſicht Amelies war mit Thränen bedeckt.

„Was iſt geſchehen?“ fragte er.

„Ein großes Unglück,“ ſagte dieſe.

„O! ich zweifelte nicht daran, als ich das Sig⸗ nal ſah, durch welches Du mich herbeiriefſt, nachdem